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Die Sonnenschutz-Strategien der Wildtiere

20.05.2014 um 05:53 (Letzte Aktualisierung: 12.03.2020)


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Wenn die Temperaturen steigen und die Sonne vom Himmel brennt, müssen wir uns mit Sonnenlotion oder Stoff gegen die gefährlichen UV-Strahlen schützen. Auch die Haut von Tieren ist nicht vor gefährlichem Sonnenbrand gefeit. Vor allem in südlichen Regionen, aber selbst in unseren Breitengeraden haben Wildtiere im Laufe der Evolution deshalb diverse Sonnenschutz-Strategien entwickelt.

Elefanten nehmen Schlammbad gegen Sonnenbrand

Störche bespritzen ihre roten Stelzen an sehr heißen Tagen zum Beispiel einfach mit Kot, um die nackte Haut vor der Sonne zu schützen. Die Beine werden dann weiß und sehen aus wie gekalkt. Angenehmer Nebeneffekt: die weißen „Strümpfe“ entziehen dem Körper durch die verdunstende Feuchtigkeit auch Wärme.

Nashörner und Elefanten wehren die UV-Strahlen genau wie artgerecht gehaltene Schweine lieber mit Schlammpackungen und Sandbädern ab. Beim Elefantennachwuchs fungiert die Mama außerdem als Sonnenschirm. Sie stellt sich nämlich über ihre Jungen, wenn sie unter der unbarmherzigen Wüstensonne ein Nickerchen halten. Für ein eigenes Schattenplätzchen brauchen Borstenhörnchen, die in Wüsten und Halbwüsten leben, weder ihre Mütter noch einen Baum suchen. Sie können die Sonne mit ihrem buschigen Schwanz, der mit etwa 20 Zentimetern fast genauso lang ist wie der restliche Körper, nämlich hervorragend selber abschirmen.

Flusspferde produzieren sogar eine körpereigene Sonnenlotion, ein rot-oranges, schleimiges Sekret, das aus den Poren kommt. Früher dachte man, dass die Nilpferde Blut schwitzen, inzwischen weiß man, dass die Farbpigmente vor der ultravioletten Strahlung schützen und zugleich auch noch Bakterien abtöten. Man hat sogar schon versucht, diese geniale Creme für den Menschen nutzbar zu machen. Geklappt hat das bislang noch nicht: Aus unbekannten Gründen zerfallen die Pigmente, wenn sie keinen Kontakt zur Flusspferdhaut haben.

Vielleicht brauchen wir in einigen Jahren aber sowieso keine Sonnencreme mehr. Denn dann sollen, so die Hoffnung von englischen, australischen und amerikanischen Forschern, Tabletten auf den Markt kommen, die uns von innen vor den schädlichen Sonnenstrahlen schützen. Modell dafür ist das Sonnenschutzmodell der Steinkoralle. Die sesshaften Nesseltiere leben in Symbiose mit einzelligen Alge. Diese, das weiß man seit Untersuchungen 2011, erzeugen eine chemische Verbindung, die die Koralle anschliessend in eine Chemikalie umwandelt, die beide Meeresbewohner vor der Sonne schützt. Auch Fische, die an der Koralle knabbern, bekommen den Sonnenschutz.

Intensive Sonneneinstrahlung ist nicht nur für die Haut, sondern auch für die Augen problematisch. Bei Möwen, Seeschwalben und anderen Seevögeln ist die „Sonnenbrille“ praktischerweise gleich „eingebaut“. Winzige rote Öltröpfchen in ihren Augen filtern das grelle Sonnenlicht und lassen nur wenig blaue Strahlen durch.

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Zuletzt geändert am/um: 12.03.2020 um 14:41

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