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Kreuzottern: Überlebenskünstler in den Alpen

17.03.2014 um 15:50 (Letzte Aktualisierung: 23.01.2020)


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Kaum eine Schlangenart kann sich so gut an die natürlichen Gegebenheiten anpassen wie die Kreuzotter (Vipera berus). Vermutlich sind die scheuen Reptilien, die selten länger als 70 Zentimeter werden, auch aus diesem Grund weiter verbreitet als andere Schlangenarten. Kreuzottern sind fast in ganz Europa zu Hause, man findet sie auch in weiten Teilen Russlands und China. In Österreich besiedeln sie die Landesmitte und den Westen.

Kreuzotter (Vipera berus)
Kreuzotter (Vipera berus)


Im Tiefland lebt die Vipera berus überwiegend in Mooren und Feuchtwiesen, häufiger kommt sie hierzulande allerdings in alpinen Regionen und dort auf Bergwieden, an Waldrändern und in Kahlschlägen, vor. In den österreichischen und den Schweizer Alpen leben Kreuzottern häufig in 1600 bis über 2000 Höhenmetern.

Kreuzottern können den Geburtstermin verschieben



Die Alpen sind ein rauer Lebensraum mit kurzen Sommern und langen, kalten Wintern. Für die wechselwarmen Schlangen bedeutet das eine enorme Herausforderung, schließlich brauchen sie die Sonne, um ihre Körpertemperatur aufrechterhalten zu können. Doch Kreuzottern sind an die harschen Bedingungen bestens angepasst. Sie können ihren Körper abplatten und in einem steilen Winkel zur Sonneneinstrahlung aufstellen, damit die Adsorptionsfläche möglichst groß wird. Einige Kreuzottern, die man normalerweise am Zickzackmuster auf hellem Grund erkennen kann, werden in ihrer Jugend schwarz und können die Sonnenenergie so besser verwerten. In manchen Regionen werden die schwarzen Kreuzottern auch Höllenottern genannt. Die dunkel gefärbten Tiere frieren vielleicht seltener, werden dafür aber öfter von Greifvögeln attackiert, da sie weniger gut getarnt sind als ihre gemusterten Artgenossen.

Geradezu unglaublich erscheint es, wie gut die Kreuzottern ihre Familienplanung den Klimabedingungen anpassen können. Normalerweise bringen die Weibchen vier bis zehn Jungen im Spätsommer zur Welt. Bei einem kühlen Sommer oder frühen Wintereinbruch kann die Schlangenmutter den Geburtstermin aber auch einfach ins nächste Frühjahr verschieben und trächtig in die Winterpause gehen. Nach der Geburt machen die Weibchen in den kargen Alpenregionen bis zu drei Jahren einen großen Bogen ums andere Geschlecht. Die Nachwuchspause brauchen sie, um sich wieder ausreichend Energiereserven anfressen zu können.

Kreuzottern sind giftig, aber nicht angriffslustig



Neben der Sandviper und der Wiesenotter gehört die Kreuzotter zu den drei Giftschlangen, die in Österreich heimisch sind. Ihr Biss ist schmerzhaft, für gesunde Erwachsene aber in der Regel ungefährlich, problematisch kann das Gift der Kreuzotter aber für Kinder, alte oder kranke Menschen werden. Vorsichtshalber sollte man in jedem Fall einen Arzt konsultieren. Wie alle heimischen Schlangen beißt die Kreuzotter nur dann, wenn sie sich bedroht fühlt, zum Beispiel wenn man auf sie tritt. Beim Beerensammeln und Barfußlaufen ist also Vorsicht geboten.
In Österreich stehen alle wildl ebenden Reptilien unter Naturschutz.
Zuletzt geändert am/um: 23.01.2020 um 17:05

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