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Homosexualität im Tierreich - Häufiger als man denkt

26.01.2015 um 08:51 (Letzte Aktualisierung: 12.03.2020)


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Obwohl Aristoteles schon vor über 2.300 Jahren von homosexuellen Hyänen berichtete, war Homosexualität im Tierreich selbst unter Wissenschaftlern lange ein Tabuthema. Heute weiß man von mehr als 1.500 Tierarten, darunter Giraffen, Delfine, Affen und andere Säugetiere, aber auch Vögel, Reptilien, Amphibien, Insekten und Weichtiere, dass sie homosexuelle Verhaltensweisen zeigen und mitunter sogar Jungtiere in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung aufziehen.

Homosexuelle Flamingos

Eines der bekanntesten schwulen tierischen Elternpaare war ein Flamingopärchen in einem englischen Tierpark, das vor Jahren für Schlagzeilen sorgte. Carlos und Fernando blieben über Jahre zusammen – allein diese Tatsache ist bei den Stelzvögeln schon ungewöhnlich. Zudem stibizten sie aber heterosexuellen Elternpaaren Eier, brüteten diese dann aus und kümmerten sich hingebungsvoll um den Nachwuchs. Tun sich zwei weibliche Tiere zusammen, entsteht ihr Nachwuchs aus heterosexuellen „Seitensprüngen“. Bei einigen Vogelarten ist das ein ziemlich verbreitetes Beziehungsmodell, das nur so lange unentdeckt geblieben ist, weil sich bei Albatrossen, Flamingos und einigen anderen Vögeln Männchen und Weibchen so ähnlich sehen, dass man das Geschlecht nur mit Hilfe von Ultraschall oder Gentests bestimmen kann. Vor einigen Jahren fand die Biologin Lindsay C. Young heraus, dass ein Drittel der Laysanalalbatross-Paare der Kaena-Point-Kolonie aus weiblichen Tieren besteht.

Die Frage, warum Homosexualität einen festen Platz im Tierreich hat, wirft viele Fragen auf und spaltet die Wissenschaftler. Bei homosexuellen Fruchtfliegen entdeckten Schweizer Wissenschaftler ein Gen, das für die sexuelle Neigung verantwortlich ist. Und der bekannte kanadische Forscher Bruce Bagemihl stellte die These auf, dass Homosexualiät schlichtweg ein Ausdruck der Spielfreude der Natur sei.

Mit einem Mangel an potentiellen andersgeschlechtlichen Partner lässt sich homosexuelles Verhalten bei Tieren jedenfalls nicht oder zumindest nicht immer erklären. So ließen sich sechs schwule Humboldtpinguine in einem Zoo in Bremerhaven auch von vier attraktiven Pinguindamen, die man zu Zwecken der Fortpflanzung extra aus Schweden importiert hatte, nicht bekehren. Und zwei Black Stilt-Vogelweibchen aus Neuseeland, die zu den letzten ihrer Art gehörten, weigerten sich standhaft, ihre Partnerin mit Männchen zu „betrügen“.

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Zuletzt geändert am/um: 12.03.2020 um 14:43

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