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Geschlechtswandel im Aquarium - Anemonenfische & Co.

20.05.2014 um 12:59 (Letzte Aktualisierung: 22.01.2020)


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Wer Anemonenfische im Aquarium hält, kann Zeuge eines faszinierenden Phänomens aus der Unterwasserwelt werden: Wie andere Fische, Krebse und Weichtiere können die hübschen Aquariumbewohner, die im erfolgreichen Animationsfilm „Findet Nemo“ die Hauptrolle spielen, im Laufe ihres Lebens ihr Geschlecht wechseln. Bei den Anemonenfischen, die wegen ihrer rotorange-weiss-schwarzen Färbung auch Clownfische genannt werden, lebt immer ein Weibchen mit mehreren Männchen zusammen. Es paart sich allerdings nur mit dem größten Männchen. Beim Tod der Chefin wird aus dem Liebhaber eine Liebhaberin, die dann mit dem Männchen Nachkommen zeugt, der zuvor auf Platz zwei in Warteposition schwamm.

Anemonenfische/Clownfische
Anemonenfische (Amphiprion)


Wie genau der biologische Mechanismus so eines Geschlechtswandels funktioniert, ist noch nicht genau erforscht. Was man weiß: Die sogenannten Konsekutiv- oder Sukzedanzwitter haben für den Wechsel verschiedene Gründe, darunter Veränderungen im sozialen Gefüge oder der Umweltbedingungen. Die Fähigkeit, bei Bedarf von einem Männchen zum Weibchen oder von einem Weibchen zum Männchen zu werden, ist für viele betroffenen Arten überlebenswichtig.

Das trifft auch bei den Anemonenfische zu: Würden sich die eher schlechten Schwimmer nämlich auf der Suche nach einem neuen Weibchen von ihrer Seeanemone entfernen, die sie mit ihren giftigen Nesselzellen vor Angreifern schützt, würden sie im Ozean schnell gefressen werden.

Bei den Putzerlippfischen lebt jeweils ein Männchen mit mehreren Weibchen zusammen. Stirbt der Haremsanführer kommt der Nachfolger wie bei den Anemonenfischen aus den eigenen Reihen. Nur, dass sich in diesem Fall eben ein Weibchen innerhalb von einigen Stunden in ein Männchen verwandelt. Schon einige Tage später paart es sich mit den früheren Geschlechtsgenossinnen.

In einigen Fällen kann man den Geschlechtswandel leicht an äußerlichen Attributen erkennen. Das Kuckuckslippfischweibchen ist blassrosa, mutiert es zum Männchen, wird es blau.

Geistermuränen werden als blau gefärbte Männchen geboren. Sind sie 95 Zentimeter groß, verwandeln sie sich in gelbe Weibchen.

Geistermuräne
Geistermuräne (Rhinomuraena quaesita)


Entenmuscheln kommen geschlechtslos zur Welt und machen ihr eigenes Geschlecht von den Artgenossen in ihrer Umgebung abhängig. Aus evolutionärer Sicht macht das Sinn: Die festsitzende Krebstiere können sich aufgrund ihrer Lebenssituation nämlich nur mit ihren Nachbarn paaren. Kommt also eine Entenmuschel in einer Gegend mit vielen Männchen zur Welt, wird sie ein Weibchen. Damit die Männchen die Weibchen überhaupt erreichen können, hat sich die Natur für die Entenmuschelmännchen noch eine andere Besonderheit ausgedacht: Sie haben einen Penis, der fünfmal so lang ist wie ihr restlicher Körper.

Entenmuscheln
Entenmuscheln (Pedunculata)


Einige Arten können ihr Geschlecht sogar mehrfach im Leben wechseln. Rekordhalter ist sicher der Schriftbarsch, der innerhalb weniger Stunden mehrfachen Männchen, Weibchen und dann wieder Männchen sein kann.


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Zuletzt geändert am/um: 22.01.2020 um 15:24

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