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Jemenchamäleon Infos: Ratgeber zur Haltung, Terrarium & mehr

Allgemeine Informationen über Jemenchamäleons, Haltung, Ernährung, Terrarium & mehr
Lateinischer Name: Chamaeleo calyptratus
19.05.2008 um 14:59 (Letzte Aktualisierung: 09.02.2022 um 09:09)

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Inhaltsverzeichnis
  1. Allgemeine Infos
  2. CITES und Meldepflicht
  3. Name und Aussehen
  4. Größe und Alter
  5. Ernährung
  6. Terrarium: Größe und Temperatur
  7. Terrarium: Die richtige Beleuchtung
  8. Vergesellschaftung

Allgemeine Infos über Jemenchamäleons


Außer natürlich im Jemen kommt das Jemenchamäleon (Chamaeleo calyptratus) auch noch in Saudi-Arabien vor. Dort bewohnt es hauptsächlich Bäume und Büsche in zwei bis drei Metern Höhe. In beiden Ländern herrscht tropisches bis subtropisches Klima. Dadurch dass das Jemenchamäleon im Vergleich relativ einfach zu halten ist, ist es auch die beliebteste Terrarien-Chamäleonart und gut für Chamäleon-Anfänger geeignet. Eine gewisse Vorerfahrung mit Terraristik allgemein ist jedoch bei der Haltung von Chamäleons auf jeden Fall von Vorteil. Jemenchamäleons sind im Übrigen tagaktiv.

Jemenchamäleon

CITES und Meldepflicht


CITES Anhang II, EU Anhang B - Kontrollierter Handel/Herkunftsnachweis (Rechnung) erforderlich!

Diese Reptilienart steht im Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens bzw. Anhang B der EU.

Sie ist nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht. Um Gefährdung durch Handel zu vermeiden, wird dieser international reguliert. Man braucht daher für den Kauf in der EU Herkunftsnachweise (Rechnungen).

Meldepflicht in Österreich beachten!

Für alle Reptilien gelten die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. In Österreich sind alle Reptilien meldepflichtig! Tierhalter müssen die Haltung innerhalb von 14 Tagen bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft bzw. MA60 im Falle von Wien melden. Ebenso ist zu beachten, dass je nach Bundesland auch die Haltung potentiell gefährlicher Tiere untersagt sein kann.

Name und Aussehen von Jemenchamäleons


Ganz unspektakulär erhielt das Jemenchamäleon seinen Namen nach der Region, in der es am häufigsten vorkommt. Sein lateinischer Name ist Chamaeleo calyptratus calcalifer.


Typisch für das Jemenchamäleon sind beim Männchen der hohe Helm auf dem Kopf und die Sporne an den Hinterfüßen. Jemenchamäleons weisen eine sehr große Farbvielfalt auf. Von gelb, weiß grün, blau oder gelb bis hin zu grau und sogar schwarz können alle Farben vertreten sein.

Jemenchamäleon

Wie alle Chamäleons haben auch die Jemenchamäleons voneinander unabhängig zu bewegende Augen. Diese können um 360 Grad gedreht werden und ermöglichen ein optimales Sehvermögen zur Jagd nach Futtertieren. Diese werden dann schließlich mit Hilfe der Schleuderzunge erlegt.

Größe und Alter von Jemenchamäleons


Jemenchamäleons gehören zu den größeren Chamäleonarten. Männchen werden im Terrarium bis zu 50 cm lang, Weibchen bis zu 45 cm. Jungtiere sind nach ca. 12 Monaten ausgewachsen.

Jemenchamäleon Baby

Jemenchamäleons werden in Gefangenschaft bis zu 6 Jahre alt.

Ernährung von Jemenchamäleons


Das Jemenchamäleon frisst am liebsten alle Arten von Insekten, z. B. Heimchen, Grillen, Mehlwürmer oder Fliegen. Geeignete Futtertiere erhalten Sie im Fachhandel. Wenn Sie einen eigenen Garten besitzen oder eine unbehandelte Wiese kennen, können Sie im Sommer auch dort nach geeigneten Futtertieren suchen. Ihr Chamäleon wird sich über die Abwechslung freuen. Bitte nehmen Sie nur solche Insekten mit, die nicht unter Artenschutz stehen.

Viele Jemenchamäleons mögen auch gerne Blätter, Blüten und etwas Obst. Was Ihr Jemenchamäleon hier bevorzugt, müssen Sie ausprobieren. Bei erwachsenen, gesunden Tieren können Sie pro Woche auch mal einen Fastentag einlegen.

Terrarium: Größe und Temperatur


Da Jemenchamäleons relativ groß werden, sollte auch das Terrarium nicht zu klein sein. Die Mindestmaße sind 60 x 60 x 90 (LBH). Eher hoch als breit, da die Jemenchamäleons gerne klettern.

Wichtig im Terrarium ist eine gute Belüftung. Dies können Sie durch gespanntes Gazestoff erreichen oder durch einen kleinen, geschützten Ventilator.

Die Luftfeuchtigkeit sollte wie in der Heimat der Jemenchamäleons bei ca. 60 – 70 % liegen. Um dies zu erreichen, sollten Sie zweimal täglich ausgiebig sprühen oder eine Beregnungsanlage einbauen, die sich mittels Zeitschaltuhr steuern lassen kann. Ausreichend Befeuchtung ist auch für die Flüssigkeitszufuhr des Chamäleons wichtig, da sie ihren Flüssigkeitsbedarf ausschließlich dadurch decken, dass sie die Tropfen von den Blättern lecken.


Eine extra Wasserstelle oder ein Brunnen ist nicht notwendig, da die meisten Chamäleons nicht verstehen, dass man daraus trinken kann, und Chamäleons sehr sensibel auf Pseudomona Bakterien sind, welche innerhalb von 24h bei Zimmertemperatur im Wasser entstehen. Eine Infektion stellt man nicht sofort fest, lässt sich aber auch meist nicht vermeiden. Vor allem nicht, wenn Futtertiere, Kot oder abgestorbene Blätter darin landen. Zur Erhöhung der Lufttemperatur trägt eine Wasserstelle nicht bei, da die Lüftungsflächen der Terrarien sehr groß sein müssen.

Als Bodengrund für das Terrarium hat sich ein Sand-Erde-Gemisch bewährt, da es die Luftfeuchtigkeit gut hält.

Das Terrarium sollte gut mit echten oder künstlichen Pflanzen bestückt sein. Möchten Sie echte Pflanzen verwenden – die im Übrigen auch zur Luftfeuchtigkeit beitragen – können Sie z. B. auf Farne, Ficus oder Bromelien zurückgreifen.
Zudem sollte es viele Klettermöglichkeiten geben. Äste und Zweige (z. B. Bambus oder Korkenzieher-Haselnuss) eignen sich gut, sofern sie das Gewicht des Chamäleons tragen. Als Sonnenterrassen haben sich flache Steine oder Holzplattformen bewährt.

Die Temperaturen sollten tagsüber bei 25 bis 30 Grad liegen. Nachts darf es auf 20 bis 23 Grad abkühlen.

Terrarium: Die richtige Beleuchtung


Die Beleuchtung ist von entscheidender Wichtigkeit für das Wohlbefinden des Jemenchamäleons. Da es mehrere Arten von Licht benötigt, ist auch die Installation von verschiedenen Lampen notwendig. Experten raten zum Einen zu einem HQI-Strahler, der das Grundlicht spendet.

Dann benötigt man noch dringend einen UV-Strahler, da UV-B-Licht für die Jemenchamäleons lebenswichtig ist. Dadurch wird das Vitamin D3 im Körper gebildet und sorgt so für ausreichend Kalzium und gesunde Knochen. UV-A-Licht sorgt hingegen für mehr Aktivität und Appetit. Es reicht allerdings, wenn sie die UV-Lampe drei- bis viermal pro Woche für jeweils eine Stunde einschalten.

Zudem wären ein oder zwei Wärmespots ganz schön. Am Besten richten Sie im Terrarium kleine „Sonnenterrassen“ ein, wo sich die Chamäleons in Ruhe „sonnen“ können. Die Temperatur kann hier bis zu 40 Grad betragen und sollte einen Mindestabstand zum Tier von ca. 40 cm haben.

Die Beleuchtung sollte täglich etwa 10 bis 12 Stunden andauern und immer zur gleichen Uhrzeit ein- und ausgeschaltet werden. Dies erreichen Sie am einfachsten mit einer Zeitschaltuhr. Wenn Sie Jahreszeiten simulieren möchten, können Sie die Beleuchtungsdauer im Winter eine Stunde kürzen.

Vergesellschaftung von mehreren Jemenchamäleons


Die erwachsenen Männchen des Jemenchamäleons sind sehr territorial. Sie sollten daher auf keinen Fall mehrere Männchen zusammen halten. Die Haltung eines Paares oder von zwei Weibchen ist manchmal in einem ausreichend großen Terrarium möglich. Es sind jedoch auch schon Aggressionen unter Weibchen vorgekommen, daher ist es ratsam, die Tiere einzeln zu halten. Chamäleons leiden nicht darunter, als Einzeltiere gehalten zu werden.
Autor: M. Thalheim (05/2008)
Zuletzt geändert am/um: 09.02.2022 um 09:09

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