Alles Wissenswerte über: Steppenlemminge (Kleintiere)


Allgemeine Informationen über Steppenlemminge, Haltung, Ernährung, Aussehen & mehr




Kleintiere: Steppenlemminge


Allgemein

Steppenlemminge werden biologisch gar nicht zu den Lemmingen gezählt, sondern zu den Wühlmäusen. Von den echten Lemmingen wird aber keine Art als Heimtier gehalten, daher wird hier der graue Steppenlemming vorgestellt.

Der graue Steppenlemming kommt ursprünglich aus Nordosteuropa und China. Dort lebt er in Steppengebieten. Manchmal ist er auch auf Feldern anzutreffen, weswegen er in seiner Heimat als Schädling gilt.

Die Steppenlemminge leben in Gruppen zusammen und bauen auch zusammen ihre unterirdischen Gänge und Baue. Typischerweise steigt die Lemming-Population alle drei bis fünf Jahre stark an, dann teilen sich die Gruppen häufig.

Seit einigen Jahren hat der Steppenlemming Einzug in unsere Wohnzimmer gehalten. Es ist allerdings noch recht wenig über die optimale Haltung bekannt. Steppenlemminge können sowohl tagsüber als auch nachts aktiv sein. Sie können mit etwas Geduld relativ zahm werden. Für kleinere Kinder sind sie jedoch trotzdem nicht gut geeignet, da sie sehr flink und aktiv sind und nicht gerne längere Zeit in der Hand gehalten werden.

Möglichst täglich sollten die Steppenlemminge unter Aufsicht Auslauf in einem sicheren Raum erhalten.

Name und Aussehen

Der lateinische Name des grauen Steppenlemmings ist Lagurus lagurus. Warum diese Wühlmausart als Lemming bezeichnet wird, kann heute nicht mehr genau nachvollzogen werden. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie äußerlich eher den Lemmingen als den Wühlmäusen ähneln.

Steppenlemminge sind hell- bis dunkelgrau gefärbt, die Bauchseite ist weiß. Auf dem Rücken haben sie einen schwarzen Aalstrich. Sie haben einen kurzen Stummelschwanz und kleine, eng anliegende Ohren. Die Nagezähne wachsen lebenslang nach.

Größe und Alter

Der graue Steppenlemming wird 8 bis 12 cm lang und bis zu 35 g schwer.

Er kann in Gefangenschaft bis zu 3 Jahre alt werden.

Ernährung

In der Natur ernähren sich Steppenlemminge hauptsächlich von Wurzeln, Kräutern und Insekten.

In Gefangenschaft sollte der Hauptbestandteil der Nahrung aus Getreide und Sämereien bestehen. Leider gibt es kein fertig gemischtes Lemming-Futter im Handel, daher sollten Sie es sich selbst zusammenstellen. Als Grundlage eignet sich z. B. Rennmaus- oder Hamsterfutter. Dazu geben Sie einige Sämereien wie z. B. Grassamen, Sesamsamen und Löwenzahnsamen. Dazu Getreide in Form von Haferflocken, Gerste, Roggen und Hirse.
Dazu getrocknetes Gemüse, z. B. Karotten, Fenchel und Kohlrabi.
Ergänzend dazu gibt es noch getrocknete Kräuter wie z. B. Petersilie, Melisse und Kamille.

Täglich sollten die Lemminge auch eine Portion frisches Grünfutter bekommen. Dieses sollte hauptsächlich aus Kräutern und Blättern bestehen. Gut geeignet sind z. B. Löwenzahn, Basilikum, Petersilie, Kamille, Haselnussblätter, Möhrenkraut, Kohlrabiblätter und Ringelblumen.

Dazu gibt es etwas frisches Gemüse, z. B. Karotten, Pastinaken, Petersilienwurzeln und Salat. Obst sollte nur selten und dann nur in kleinen Stücken gegeben werden.

Da Lemminge keine reinen Vegetarier sind, freuen sie sich zwei- bis dreimal wöchentlich über die Gabe von Insekten. Gut geeignet sind z. B. Zophobas, Mehlwürmer und kleine Grillen. Wer sich mit diesen Futtertieren nicht anfreunden kann, kann ersatzweise auch Katzen- oder Hundetrockenfutter geben.

Zum Abnützen der Schneidezähne benötigen die Lemminge Äste und Zweige zum Benagen. Die Äste von Apfel- und Birnbäumen, Haselnusssträuchern und Heidelbeerbusch sind u. a. gut verträglich.

Als Leckerei können Sie Ihren Lemmingen ab und zu Nüsse geben, z. B. Erdnüsse, Haselnüsse und Walnüsse. Außerdem mögen sie ungezuckerte Cornflakes, Müsli, rohe Nudeln, Magerquark, Joghurt, Rosinen und Sonnenblumenkerne.

Sollten Sie den ein oder anderen Nahrungsbestandteil aus der Natur selbst pflücken und sammeln, sollten Sie unbedingt darauf achten, die Pflanzen nur von unbehandelten und unverschmutzten Wiesen, Bäumen und Feldern zu pflücken.

Käfig

Steppenlemminge laufen und graben gerne, sie sollten daher genügend Fläche zur Bewegung haben. Die Mindestmaße für ein Pärchen liegen bei 100 cm x 50 cm x 50 cm (LBH). Größer ist natürlich immer besser.

Der Käfig sollte an einem Ort stehen, an dem es weder zu heiß wird noch Zugluft herrscht. Außerdem sollte es nicht allzu laut werden und der Raum sollte natürlich rauchfrei sein.

Als Einstreu im Käfig eignet sich normale Kleintierstreu. Diese sollte mindestens 10 cm hoch eingefüllt werden, damit die Lemminge darin graben und wühlen können. Um die gegrabenen Gänge etwas stabiler gestalten zu können, sollten Sie der Einstreu etwas Erde und Heu beimischen. Zum Nestbau können unparfümiertes und unbedrucktes Papier und Moos angeboten werden.

Um den Lemmingen noch mehr Grabevergnügen zu verschaffen, können Sie auch ein Sandbad in den Käfig stellen. Dies besteht aus einer flachen Plastikschale und feinem Chinchillasand.

Zur Käfigeinrichtung gehört ein geräumiges Holzhäuschen pro Lemming. Außerdem einige Keramiknäpfe für Futter und eine Wasserflasche.

Ansonsten freuen sich die Lemminge über weitere Versteckmöglichkeiten in Form von großen Tonröhren und Wurzeln.

Vergesellschaftung

Steppenlemminge leben in der Natur in Gruppen und daher sollten sie auch in Gefangenschaft mindestens zu zweit gehalten werden. Am Besten verstehen sich Geschwister oder Tiere, die von klein auf zusammen aufgewachsen sind. Für Anfänger ist es am einfachsten, zwei weibliche Tiere zusammenzuhalten. Ein Pärchen versteht sich zwar auch gut, aber Lemminge vermehren sich häufig und zahlreich, daher sollte der Bock unbedingt kastriert werden. Da Steppenlemminge jedoch immer noch recht exotische Haustiere sind, nimmt diesen Eingriff nicht jeder Tierarzt vor.

Bei größeren Gruppen mit über vier Tieren kann es auch unter Weibchen zu Rangeleien kommen. Daher sollte dann auf jeden Fall ein Bock mit mehreren Weibchen zusammenleben.

Steppenlemminge sollten nicht unmittelbar mit anderen Nagetieren zusammenleben müssen und vor größeren Tieren wie Hund oder Katze geschützt werden.


Autor: M. Thalheim (10/2008)




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