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Gottesanbeterin: Die Tarnkönigin richtig halten

08.05.2014 um 21:44 (Letzte Aktualisierung: 22.01.2020)


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Gottesanbeterinnen, auch Fangschrecken oder Mantiden genannt, sind geschickte Jäger. Die meisten der rund 2.400 bekannten Arten legen sich tagsüber auf die Lauer und verharren stundenlang bewegungslos, bis sich eine Fliege oder ein anderes potentielles Opfer in ihre Nähe begibt. Dann packen sie den Leckerbissen mit ihren Fangarmen. Dabei sind viele Gottesanbeterinnen durch Form und Farbe so gut an die Pflanzen in ihrer natürlichen Umgebung angepasst, dass es auf den ersten Blick schwierig sein kann, sie von Blättern oder Zweigen zu unterscheiden.

Europäische Gottesanbeterin
Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa)


Bei der Häutung ist die Gottesanbeterin völlig schutzlos



Wer die faszinierende Jägerin, die ihren Namen der gebetsartigen Haltung ihrer Fangarme verdankt, im Terrarium halten möchte, braucht kein großes Fachwissen, sollte aber einige Regeln beachten.

Vor der Anschaffung sollte man sich immer über die individuellen Ansprüche an Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Terrariumausstattung und Futtertiere der jeweiligen Art informieren. Recht einfach zu halten sind unter anderem die Grüne Gottesanbeterin, die Ghana-Gottesanbeterin, die Geistermantis und die Indische Riesenmantis. Diese Arten werden zwischen sechs bis zehn Zentimeter groß.

Da alle Gottesanbeterinnen reine Fleischfresser sind, muss man sie mit lebenden Insekten – zum Beispiel Fliegen, Heuschrecken, Grillen, Schaben und Fruchtfliegen füttern. Welche Insekten bevorzugt werden, ist von Art zu Art verschieden. Wichtig ist aber immer, dass keine lebenden Futterinsekten im Terrarium sind, wenn sich die Gottesanbeterin häutet, das kommt abhängig vom Geschlecht sechs bis sieben Mal in ihrem Leben vor. Denn in dieser Zeit ist die Jägerin völlig schutzlos und kann leicht von anderen Insekten gefressen werden.

Für eine unkomplizierte Häutung sollte man im Terrarium horizontale Äste anbringen und den Deckel des Terrariums mit Fliegengitter bespannen. Während sie sich häutet, hängt die Gottesanbeterin nämlich kopfüber an Ästen oder an der Gaze. In dieser Phase sollte man außerdem besonders auf die optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit achten.

Gottesanbeterinnen sind Kannibalen



Die meisten Gottesanbeterinnen haben kannibalische Neigungen. Dabei kommt es aber auch auf die Art und den Futterzustand an, wie ausgeprägt der Appetit auf Artgenossen ist. Vor allem von Anfängern sollten die Insekten deshalb vorsichtshalber immer einzeln gehalten werden. Wer züchten will, sollte schon etwas Erfahrung mitbringen und die Tiere bei der Paarung aufmerksam beobachten. Sonst verspeist das Weibchen nämlich am Ende den ihr körperlich unterlegenen Kindsvater.
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Zuletzt geändert am/um: 22.01.2020 um 18:17

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Foto 1: FredD - stock.adobe.com

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