Suche nach: Hunde erlaubt mit Pferd am Bauernhof

Hund bei Hitze im Auto: Hitzschlag vermeiden



Hund wird von Sanitäter versorgt
Der Hochsommer kann nicht nur für Menschen mit zum Teil sehr hohen Temperaturen zu Problemen führen. Auch Tiere leiden an manchen Tagen sehr unter der großen Hitze. Da insbesondere Hunde nicht wie ihre Besitzer die Möglichkeit haben durch Schwitzen ihren Körper abzukühlen, reagieren sie extrem sensibel auf die hohen Temperaturen. Die Gefahr eines Hitzschlags ist an heißen Tagen für die lieben Vierbeiner sehr hoch. Dieser Hitzschlag ist in einer ersten Phase ein lebensbedrohlicher Zustand, bei dem der gesamte Körper des Hundes überwärmt. Diese für den Hund unnatürliche Wärme kann zu Schockreaktionen bis hin zu multiplem Organversagen führen. Der Tod eines Hundes tritt bei Multiorganversagen sehr rasch ein.

Wird das Tier nach dem ersten Schock rechtzeitig zum Tierarzt gebracht, kann sein Leben häufig noch gerettet werden. Doch gerade in den Sommermonaten kommt für viele Hunde jede Hilfe zu spät, wenn Sie alleine eingeschlossen in einem aufgeheizten Auto zurückbleiben. Minute um Minute steigt die Temperatur im Inneren des Wagens an und dem Hund verbleibt keine Möglichkeit für eine Flucht in den kühlen Schatten. Auch ein Fenster, das wenige Zentimeter geöffnet ist, reicht für die Kühlung des Hundekörpers im Auto nicht aus. Der Hund sitzt in einer tödlichen Falle. Erste Anzeichen für den nahenden Kreislaufzusammenbruch bei Hitzeentwicklung sind starkes Hecheln und das Zusammensacken des Körpers.


Normalerweise regulieren Hunde ihre Körpertemperatur über die Zunge, in dem sie die Wärme beim Hecheln an die Außenwelt abgeben. Damit der Hund ausreichend Hecheln kann, benötigt er Wasser. Der Flüssigkeitsverlust, der durch den verdunstenden Speichel entsteht, muss rasch ausgeglichen werden. Nur ein ausreichend hydrierter Hund bleibt im Sommer auf Dauer auch gesund. Da das Organversagen aufgrund von Dehydrierung und Überhitzung Tierquälerei ist, kann das Zurücklassen eines Hundes im verschlossenen Auto an warmen Tagen eine Straftat sein.

Österreich:
In Österreich ist das "Verbot der Tierquälerei" in § 5 des Tierschutzgesetzes geregelt. Im Rahmen des österreichischen Verwaltungsstrafverfahrens können auf Hundebesitzer, die ihren Hund im Auto bei hohen Temperaturen einsperren, Geldstrafen von bis zu 7.500 Euro zukommen. Verfahren dieser Art werden von den Ordnungsbehörden sehr streng gehandhabt.

Deutschland:
Nach § 17 des deutschen Tierschutzgesetzes steht diese Tat unter Strafe, die als Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden kann.

Wie heiß wird es eigentlich im Auto?

Nicht nur in der Sonne, sondern auch im Schatten kann der Innenraum eines Autos sehr schnell aufheizen. An heißen Tagen macht bei diesem Phänomen auch die Farbe des Autolacks keinen wesentlichen Unterschied, denn es kommt bei der Erhitzung des Wageninneren nicht auf die Außentemperatur, sondern auf die Intensität der Sonnenstrahlen an. Die hellen Strahlen treten durch die Fenster in das Auto ein und erwärmen die in der Regel dunkle Inneneinrichtung aus Stoff und Plastik. Diese Wärme verteilt sich dann im Innenraum. Das Phänomen ist auch unter dem Namen Glashauseffekt bekannt, das viele Gärtner für die Aufzucht von Setzlingen nutzen.

Ab ungefähr 42 Grad Celsius im Inneren des Autos besteht für einen Hund bereits Lebensgefahr, da der Körper sich überwärmt. Bereits bei einer Lufttemperatur von nur 20 Grad Celsius ist der Wagen vom vorderen bis in den hinteren Fahrzeugteil nach nur 60 Minuten auf 44 Grad Celsius aufgeheizt. Bei einer für Menschen angenehmen sommerlichen Temperatur von 26 Grad Celsius wird es für einen Hund im Auto nach 30 Minuten gefährlich. Steigt die Skala des Thermometers im Hochsommer in der Mittagszeit oder am Nachmittag sogar auf über 30 Grad Celsius kann der kleine Vierbeiner schon nach zehn Minuten erste Anzeichen der Überhitzung spüren.

Auch für Menschen sind die hohen Temperaturen im Wageninneren gesundheitsgefährdend. Kreislaufkollaps und Überhitzung bis hin zur lebensgefährlichen Dehydrierung nach Bewusstlosigkeit sind die Folgen. Das Thema Hitze im Auto darf daher an keinem Sommertag außer Acht gelassen werden. Kein Hund sollte auch nur fünf Minuten unbeaufsichtigt im Wagen alleine bleiben. Der Gang zum Briefkasten, zum Geldautomaten oder zum Bäcker für den Kauf einer Tüte Brötchen sind keine akzeptablen Ausreden. Das Leben und das Wohlergehen des Tieres haben immer Vorrang.

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einen Hund im Auto in Not sehe?

Passanten, die einen Hund im Sommer in einem verschlossenen Auto vorfinden, sollten genau hinschauen. Wirkt der Hund schlapp und traurig? Versucht er verzweifelt mit den Pfoten an die Fenster zu schlagen? Oder liegt er bewusstlos mit unnatürlich verdrehten Beinen auf den Sitzen? Taumelt er einen Halt suchend im Wagen? Hat der Hund erbrochen oder gar blutigen Durchfall? Verfärben sich die Schleimhäute blau oder zittert er am ganzen Körper? Dann ist ein Notruf die beste Entscheidung.

Österreich:
In Österreich ist die Polizei unter der Rufnummer 133 für die Befreiung des Hundes zuständig. Diese Stellen leiten auch das Strafverfahren gegen den Halter des Hundes ein.

Deutschland:
In Deutschland kann auch die Feuerwehr unter der Notfallnummer 112 informiert werden. Die Feuerwehr muss aber in einem ersten Schritt nach dem Halter des Wagens suchen. Nur die Polizei, die unter der Nummer 110 erreichbar ist, darf den in Not geratenen Hund sofort aus dem Wagen befreien.

Rechtlich betrachtet: Darf ich selbst den Hund befreien?

Sind die Rettungskräfte nach der Entdeckung eines Hundes in Not in einem überhitzten Wagen alarmiert, kann es dennoch immer noch wertvolle Minuten dauern, bevor die Einsatzkräfte vor Ort sind. Viele Menschen fragen sich, ob sie im Notfall den Hund auch selbst vor dem sicheren Tod nach Überhitzung befreien dürfen. In erster Linie scheint das Einschlagen der Scheibe eine Lösung zu sein. Doch die Zerstörung der Scheibe ist eine Beschädigung fremden Eigentums und daher in Deutschland nach § 303 StGB strafbar.


Im österreichischen Gesetz ist die Sachbeschädigung in § 125 StGB manifestiert. Maßnahmen wie das Einschlagen der Scheibe oder das Aufbrechen des Schlosses sind daher in erster Linie strafbar. Es gibt aber auch die Ausnahme von der Strafbarkeit der Delikte, wenn ein Notfall vorliegt. Zwar gelten diese Nothilferegelungen in erster Linie für Menschen, aber bei offensichtlicher Tierquälerei können diese Notstandsregelungen auch greifen. Zeugen sind für die nachträgliche Klärung des Falles immer wichtig. Oft kommen die Täter, die ihre Hunde alleine im heißen Auto zurücklassen, sogar auf die Idee Schadenersatz für die Beschädigung von Autofenster oder Schloss zu verlangen. Fotos, die die Situation dokumentieren, sind auch immer eine gute Möglichkeit, vor Gericht den Notstand zu beweisen. Schließlich kann auch ein Tierarzt, der den Hund untersucht und notwendige Rettungsmaßnahmen einleitet, den Notfall bestätigen.

Welche Erste-Hilfe-Maßnahmen sollte man sofort ergreifen?

Nach der Befreiung des Hundes sollten sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet werden. Die Körpertemperatur des Hundes muss langsam in einem Zeitraum von 30 bis 60 Minuten gesenkt werden, damit sich der Kreislauf stabilisieren kann. An einem kühlen Ort wie einem Hauseingang kann der Hund mit lauwarmem Wasser abgespritzt werden. Nasskalte Handtücher oder die kalte Luft eines Föns sind ebenfalls geeignet, den Hund schrittweise abzukühlen. Die Körpertemperatur des Hundes kann mit einem Fieberthermometer aller fünf Minuten kontrolliert werden bis sie ungefähr 39 Grad Celsius beträgt. Das ist die normale Temperatur des gesunden Hundes. Auf keinen Fall darf eiskaltes Wasser verwendet werden. Das lauwarme Wasser ist auch ideal als Durstlöscher für den Hund geeignet. Anschließend steht der Besuch bei einem Tierarzt an. Ist der Hund aber bereits bei der Befreiung aus dem Auto bewusstlos, dann wird er am besten in die stabile Seitenlage gelegt. Der Kopf wird wie beim Menschen nach vorne oben überstreckt. Die Zunge muss aus dem Mund herausgezogen werden. Dann wird das Tier behutsam mit nassen, lauwarmen Tüchern bedeckt und umgehend zum Tierarzt gebracht. Auf dem Weg zur Tierarztpraxis im klimatisierten Wagen darf der Hund auf keinen Fall in einer Tierbox liegen. Er braucht viel frische Luft um frei atmen zu können.


 

Website © by melwindesign.com
All rights reserved.


Impressum | Allgemeine Geschäftsbedingungen | Datenschutz | Werben auf tieranzeigen.at