Tigerpython Infos: Ratgeber zur Haltung, Futter, Terrarium & mehr

Allgemeine Informationen über Tigerpythons, Haltung, Ernährung, Terrarium & mehr


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Inhaltsverzeichnis
  1. Allgemeine Infos
  2. CITES und Meldepflicht
  3. Name und Aussehen
  4. Größe und Alter
  5. Ernährung
  6. Terrarium: Größe und Temperatur
  7. Terrarium: Die richtige Beleuchtung
  8. Vergesellschaftung

Allgemeine Infos über Tigerpythons



Der Tigerpython (Python molurus) zählt zur Familie der Riesenschlangen. Es gibt den Hellen und den Dunklen Tigerpython, die sich außer durch die Farbe, auch in Verbreitungsgebiet und Größe unterscheiden. Der Helle Tigerpython kommt in Indien, Pakistan und Sri Lanka vor. Sein dunkler Verwandter hat ein größeres Verbreitungsgebiet, er bewohnt Teile Thailands, Kambodschas, Vietnam und Indonesiens.

Tigerpython

Beide bewohnen sowohl Regenwaldgebiete, wie auch Graslandschaften, Geröllfelder und auch Bergregionen, fast ausschließlich in der Nähe von Gewässern. In der Nähe menschlicher Ansiedlungen sind sie jedoch kaum anzutreffen. Sie leben sowohl auf Bäumen, als auch auf dem Boden. Da sie dämmerungs- und nachtaktiv sind, verbringen sie den Tag gerne in Höhlen, bis sie bei Sonnenuntergang auf die Jagd gehen. Dies geschieht teilweise auch im Wasser, wo der Tigerpython im Wasser liegt und nur die Augen und die Nase herausschauen. Er erlegt seine Beute ausschließlich durch erwürgen.

CITES und Meldepflicht



Tigerpythons sind nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt.

Anhang A (Artenschutz: CITES Papiere unbedingt erforderlich! besonders strenger Schutz)
Der "Helle Tigerpython" ist besonders stark gefährdet und steht im Anhang A des Washingtoner Artenschutzabkommens. Diese Art ist akut vom Aussterben bedroht, so dass der kommerzielle Handel verboten ist. Nur in speziellen Fällen werden Ausnahmen von diesem Handelsverbot erteilt, z.B. für Nachzuchten. Für den Handel mit nachgezüchteten Anhang A-Tieren braucht man CITES-Dokumente, die Tiere müssen mit Transpondern markiert oder durch Fotodokumentation individuell unterscheidbar sein.

Anhang B (Artenschutz: Herkunftsnachweis (Rechnung) erforderlich! kontrollierter Handel)
Der "Dunkle Tigerpython" steht im Anhang B des Washingtoner Artenschutzabkommens. Sie sind nicht unmittelbar vom Aussterben bedroht. Um Gefährdung durch Handel zu vermeiden, wird dieser international reguliert. Man braucht daher für den Kauf in der EU Herkunftsnachweise (Rechnungen).

Meldepflicht
Für alle Reptilien gelten die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. Der Erwerb muss der Bezirksverwaltungsbehörde (Ö), bzw. der Naturschutzbehörde (D) gemeldet werden. Ebenso ist zu beachten, dass je nach Bundesland auch die Haltung potentiell gefährlicher Tiere untersagt sein kann.

Für die Haltung im Terrarium eignet sich der dunkle Tigerpython (Python molurus bivittatus, CITES Anhang B) besser. Er ist normalerweise sehr ruhig und wenig aggressiv. Daher ist er in den USA und Europa zu einer der meistgehaltenen Schlangen geworden und wird viel und erfolgreich nachgezüchtet.

Für alle Reptilien gelten die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. Der Erwerb muss der Bezirksverwaltungsbehörde (Ö), bzw. der Naturschutzbehörde (D) gemeldet werden. Ebenso ist zu beachten, dass je nach Bundesland auch die Haltung potentiell gefährlicher Tiere untersagt sein kann.

Österreich: Meldepflicht für alle Reptilien laut Tierschutzgesetz!
Deutschland: Keine Meldepflicht mit Ausnahmen von 1) geschützten Arten 2) und gefährliche Arten (abhängig vom Bundesland)

Name und Aussehen von Tigerpythons



Den Namen Tigerpython erhielt diese Schlange aufgrund ihrer auffallenden Zeichnung. Lateinisch wird der Dunkle Tigerpython als Python molurus bivittatus bezeichnet, der Helle Tigerpython als Python molurus molurus. Auf Englisch heißt der Tigerpython Indian python.

Die Farbe des Dunklen Tigerpythons variiert zwischen braun, gelb und grau. Auf dem Rücken trägt er die typische dunkle Zeichnung. Der Bauch ist weiß oder gelblich weiß. Der Dunkle Tigerpython hat einen sehr kräftigen, massiven Körperbau.

Dagegen wirkt der Helle Tigerpython richtig zierlich. Die Zeichnung ist ähnlich wie beim Dunklen, allerdings allgemein etwas heller und die Zeichnung ist etwas verwaschener.

Mittlerweile gibt es auch Kreuzungen aus beiden Arten, teilweise werden Tigerpythons auch mit Königspythons, Netzpythons oder Felsenpythons gekreuzt. Welche Zeichnung dabei herauskommt, ist jedes Mal eine Überraschung.

Größe und Alter von Tigerpythons



Der Dunkle Tigerpython wird mit einer Länge von bis zu 7 Metern deutlich größer als der Helle Tigerpython. Durchschnittlich wird er in Gefangenschaft aber auch nur 4 bis 5 m lang.

Der Helle Tigerpython kann bis zu 5 Metern lang werden. Dies ist allerdings höchst selten. Im Terrarium erreichen die meisten eine Länge von rund 3,5 m. Bei beiden Arten werden die Weibchen schwerer und länger als die Männchen.

Tigerpythons können ein stolzes Alter von 35 bis 40 Jahre erreichen. Die Anschaffung sollte also gut überlegt werden, da so ein Tier einen tatsächlich fast lebenslang begleiten kann.

Ernährung von Tigerpythons



Die Nahrung des Tigerpythons besteht ausschließlich aus Fleisch. In der Natur hat er einen abwechslungsreichen Speiseplan. Er erlegt Nagetiere wie Hamster, Mäuse und Ratten, Reptilien wie Frösche, Kröten oder Echsen und auch Vögel und Fledermäuse. Ganz besonders große Exemplare sollen auch schon Tiere in Rehgröße erlegt haben und auch dem Menschen gefährlich werden können.

Auch im Terrarium ist die Ernährung normalerweise kein Problem. Soweit verfügbar, können Sie dem Tigerpython auch hier verschiedene Futtertiere anbieten. Am leichtesten zu beschaffen sind meist Mäuse, Ratten, Kaninchen und Küken. Ob sie lebend oder tot verfüttern, ist Ansichtssache des Halters und Geschmackssache der Schlange. Manche Schlangen fressen nur Futtertiere, die sie vorher selbst getötet haben. Da die Tigerpythons allerdings recht unproblematisch bei der Fütterung sind, stehen die Chancen gut, auch tote Futtertiere geben zu können.

Terrarium: Größe und Temperatur



Tigerpythons gehören zu den sehr großen Schlangen und benötigen daher auch ein geräumiges Terrarium. Ein oder zwei ausgewachsene Tiere sollten daher mindestens ein Terrarium in der Größe von 2,50 x 1,00 x 1,70 (LBH) zur Verfügung haben.
Tigerpythons fühlen sich in der Natur vom Wasser angezogen und baden auch sehr gerne. Daher sollten sie auf jeden Fall ein geräumiges Wasserbecken einfügen. Das Wasser sollte täglich gewechselt werden, um Verschmutzung und Bakterienbildung zu vermeiden.

Außerdem brauchen die Schlangen einige Versteckmöglichkeiten. Große Tonröhren oder Wurzelstücke eignen sich gut dafür. Das Einfügen von echten Pflanzen im Riesenschlangen-Terrarium klappt leider meistens nicht. Sie werden schlicht platt gewalzt. Mittlerweile sind im Fachhandel künstliche Pflanzen zu bekommen, die aussehen wie echt und den Tieren zusätzliche Versteckmöglichkeiten bieten. Auch größere Steine erfüllen diesen Zweck und helfen den Tigerpythons zusätzlich bei der Häutung, um die Haut abzustreifen. Sie sollten nur auf darauf achten, dass die Steine möglichst fest verankert sind, damit die Schlangen sie nicht immer wieder durch das Terrarium schieben oder umwerfen können.

Tigerpythons klettern, besonders in jungen Jahren, sehr gerne. Daher sollten Sie einige stabile Äste im Terrarium anbringen, auf denen die Schlangen herumklettern können. Bei so großen Schlangen sollten Sie natürlich auch auf ein sicheres Schloss an der Terrariumstür achten, damit kein Ausbruch möglich ist.

Die Tagestemperaturen sollten bei 27 bis 30 Grad liegen, nachts darf es auf bis zu 22 Grad abkühlen. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60 bis 80% liegen. Am einfachsten erreichen Sie dies mit einer Beregnungsanlage, die möglichst gegen Abend eingeschaltet werden sollte.

Terrarium: Die richtige Beleuchtung



Zur Grundbeleuchtung eignet sich z. B. ein HQL-Strahler. Zusätzlich kann man noch Spotstrahler anbringen. Diese sollten im Sommer 12 – 14 Stunden brennen, im Winter nur 10 – 12 Stunden. Schlangen lieben die Wärme, daher sollten Sie Ihren Tigerpythons eine Wärmelampe installieren, die lokale Temperaturen von bis zu 40 Grad erreichen darf. Ganz wichtig ist es, auf den Mindestabstand von 40 cm zu achten, um Verbrennungen bei den Tieren zu vermeiden. Es genügt, die Wärmelampe ein oder zwei Stunden pro Tag einzuschalten.

Außerdem benötigen die Schlangen UV-Licht. Daher sollten Sie eine UV-Lampe anbringen. Auch hier reicht es, die Lampe nur stundenweise einzuschalten.

Da Tigerpythons hauptsächlich im Dunkeln aktiv werden, können Sie auch ein Mondlicht installieren. Dieses spendet den Tieren ein sanftes, schummriges Licht und ermöglicht Ihnen, sie besser zu beobachten.

Vergesellschaftung von mehreren Tigerpythons



Tigerpythons kann man auch zu zweit oder zu dritt halten. Voraussetzung ist allerdings ein ausreichend großes Terrarium. Zur Fütterung sollten die Tiere dann jedoch getrennt werden, um gegenseitige Verletzungen zu vermeiden. Wird ein Tigerpython einzeln gehalten, vermisst er jedoch auch nichts.


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Autor: M. Thalheim (08/2008) | Zuletzt geändert am/um: 13.12.2019 um 11:57

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