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Griechische Landschildkröten Infos: Ratgeber zur Haltung & mehr

Allgemeine Informationen über griechische Landschildkröten, Haltung, Ernährung, Terrarium & mehr

Griechische Landschildkröte

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Inhaltsverzeichnis
  1. Allgemeine Infos
  2. CITES und Meldepflicht
  3. Name und Aussehen
  4. Größe und Alter
  5. Ernährung
  6. Terrarium: Größe und Temperatur
    1. Haltung im Freigehege
    2. Haltung im Terrarium
  7. Terrarium: Die richtige Beleuchtung
  8. Vergesellschaftung

Allgemeine Infos über griechische Landschildkröten



Die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) ist die beliebteste in Gefangenschaft gehaltene Schildkrötenart. Dies hat leider dazu geführt, dass sie in freier Natur mittlerweile zu den bedrohten Tierarten gehört. Ursprünglich stammt sie aus dem Mittelmeerraum. Früher wurden die Schildkröten dort zu Hunderten eingefangen und unter erbärmlichen Umständen in die Welt verschickt.

Griechische Landschildkröte

Dies ist seit dem Washingtoner Artenschutzabkommen, in dem auch die Griechische Landschildkröte aufgeführt ist (Anhang A), glücklicherweise verboten. Somit ergibt sich für den Halter die Verpflichtung, vom Verkäufer den notwendigen Herkunftsnachweis (früher Cites-Papiere, heute EU-Bescheinigung) zu erhalten und sein Tier behördlich zu melden.

Außerdem wird nun eine Fotodokumentation verlangt, in der Ober- und Unterseite des Panzers fotografiert sind. Diese sind bei jedem Tier einzigartig und somit kann jede Schildkröte anhand ihres „Passfotos“ identifiziert werden. Die Fotos müssen, je nach Bestimmungen des Bundeslandes, in regelmäßigen Abständen erneuert werden. Am Besten fragen Sie bereits vor dem Kauf bei Ihrer zuständigen Behörde nach, wie die Bestimmungen an Ihrem Wohnort sind. Normalerweise ist hier das Amt für Natur und Umwelt zuständig.

Griechische Landschildkröten sind tagaktiv. Allerdings halten Sie eine Winterruhe, die ihnen auch in Gefangenschaft gewährleistet werden sollte. Sie sind auch für Reptilien-Anfänger geeignet, jedoch keinesfalls ein Kinderspielzeug!

CITES und Meldepflicht



Anhang A (Artenschutz: CITES Papiere unbedingt erforderlich! besonders strenger Schutz)
Diese Reptilienart ist besonders stark gefährdet und steht im Anhang A des Washingtoner Artenschutzabkommens. Diese Art ist akut vom Aussterben bedroht, so dass der kommerzielle Handel verboten ist. Nur in speziellen Fällen werden Ausnahmen von diesem Handelsverbot erteilt, z.B. für Nachzuchten. Für den Handel mit nachgezüchteten Anhang A-Tieren braucht man CITES-Dokumente, die Tiere müssen mit Transpondern markiert oder durch Fotodokumentation individuell unterscheidbar sein.

Meldepflicht
Für alle Reptilien gelten die Bestimmungen des Tierschutzgesetzes. Der Erwerb muss der Bezirksverwaltungsbehörde (Ö), bzw. der Naturschutzbehörde (D) gemeldet werden. Ebenso ist zu beachten, dass je nach Bundesland auch die Haltung potentiell gefährlicher Tiere untersagt sein kann.

Name und Aussehen von griechischen Landschildkröten



Wie der Name schon sagt, stammt die Griechische Landschildkröte unter anderem aus Griechenland. Ihr lateinischer Name ist Testudo hermanni. Es gibt zwei Unterarten: Testudo hermanni hermanni und Testudo boettgeri. Zusätzlich gibt es noch die Lokalform testudo hermanni hercegovinensis (Dalmatienische Landschildkröte).

Der Rückenpanzer der Griechischen Landschildkröte ist mäßig hoch gewölbt und gelb-grün bis grün mit dunkler Zeichnung. Kopf und Körper sind grün bis braun.

An den Vorderfüßen befinden sich fünf Krallen, an den Hinterfüßen vier.

Größe und Alter von griechischen Landschildkröten



Griechische Landschildkröten gehören zu den kleinen bis mittelgroßen Landschildkröten. Sie werden etwa 20 bis 25 cm lang. Weibchen werden größer als Männchen.

Griechische Landschildkröten können ein biblisches Alter von bis zu 100 Jahren erreichen. In Gefangenschaft werden sie bei guter Haltung normalerweise um die 70 Jahre alt. Somit ist die Anschaffung einer jungen Griechischen Landschildkröte eine lebenslange Verpflichtung.

Ernährung von griechischen Landschildkröten



Im Gegensatz zu vielen anderen Reptilien sind Schildkröten ausschließliche Vegetarier. Der Hauptbestandteil der Nahrung sollte aus Blättern (ungiftig!) und Kräutern bestehen. Diese dürfen im Frühling und Sommer gerne aus der heimischen Natur kommen und ggf. auch selbst gepflückt werden. Selbstverständlich nur aus Gärten, Wiesen oder Feldern, die ungespritzt und frei von Verschmutzungen sind. Gut geeignet sind z. B. Löwenzahn, Klee, Wegerich und Brennnesseln.

Salate sind lediglich als Notfutter okay, wenn man bei Krankheit im Winter nichts anderes findet. Aufgrund der Förderung von Parasiten und Hefepilzen sollten Salate jedoch nicht auf dem Speiseplan stehen. Gräser finden keine Beliebtheit. Schildkröten fressen nur Gräser, wenn sie keine andere Wahl haben, ihnen also nichts anderes zur Verfügung steht. Getrocknete Wildkräuter hingegen sind in den Sommermonaten ideal, nicht jedoch außerhalb des Sommers.

Griechische Landschildkröte frisst Salat

Im Freigehege können Sie die Pflanzen auch gezielt anpflanzen und die Schildkröten bedienen sich selbst. Allerdings werden die Pflanzen manchmal einfach niedergewalzt, dann sollte das Beet (Selbstversorgergehege) außerhalb angepflanzt werden und den Schildkröten das abgeerntete Futter ins Gehege gegeben werden.

Als kleine Nascherei zwischendurch eignen sich saisonale Blüten von ausgewählten Büschen, Sträuchern und Wildkräutern wie z.B. Hibiscus, Mohn, Löwenzahn uvm. Wichtig für gesunde Knochen und den Panzer ist eine ausreichend Kalzium-Zufuhr. Es gibt im Fachhandel einige geeignete Präparate wie zum Beispiel Sepiaschale oder Algenkalk für Jungtiere.

Zusätzlich zum Futter sollte auch stets ein flacher Napf mit frischem Wasser bereit stehen.

Terrarium: Größe und Temperatur



Bei der Griechischen Landschildkröte stellt sich hier erstmal die Grundsatzfrage, ob Sie überhaupt im Terrarium gehalten werden sollte. Viele Experten sind der Auffassung, die Schildkröten können nur im Freigehege artgerecht gehalten werden. Dies ist übrigens auch in unseren Breitengraden möglich.

Das Hauptproblem in der Terrarienhaltung besteht darin, dass es schwer ist, in einem normalen Haushalt ein ausreichend großes Terrarium unterzubringen. Drei erwachsenen Landschildkröten sollte ein Gehege von mindestens 5qm zur Verfügung stehen. Weitaus besser wären für eine adulte Schildkröte 10qm und jede weitere zzgl. 5qm, damit Stress und Dominanzverhalten der Tiere zu keinen Verletzungen oder Stress führt. Schildkröten wandern den ganzen Tag umher und da sie - im Gegensatz zu vielen anderen Reptilien - nicht klettern können, benötigen sie diese große Bodenfläche.

Haltung im Freigehege:

Das Freigehege sollte abwechslungsreich gestaltet sein. Steine, große Äste oder Stämme, große Tonröhren und viele Pflanzen schaffen den Landschildkröten ein interessantes Zuhause. Im Freigehege können die Pflanzen natürlich eingepflanzt sein und nur bei Bedarf gekürzt werden. Wichtig ist nur, dass keine giftigen Pflanzen im Gehege wachsen.

Im Winter und bei lang anhaltenden Schlechtwetterperioden wird ein Schutzhaus benötigt. Dies kann z. B. aus einem Frühbeet bestehen. Das Schutzhaus ist nicht für Schlechtwetterperioden, denn schlechtes Wetter ist per se nichts Schlechtes. Im Gegenteil, Regentage und Abkühlung sind Teil der Natur und gesundheitsfördernd. Das Frühbeet ist dazu da, um einerseits nachts einen sicheren temperierten Schlafplatz zu gewähren - wo die Schildkröten von der Temperaturabsenkung profitieren können - zeitgleich Mindestwerte und Schutz vor Feinden zu gewährleisten. Anders herum dient das Frühbeet dazu, die Temperaturen zu bieten, die man normalerweise im Habitat vorfinden würde.

Das Frühbeet ist tagsüber geöffnet und die Schildkröten können frei wählen, ob sie ins Freigehege spazieren oder nicht. Nachts bleibt es verschlossen. Im Winter halten die Schildkröten bei 4-6°C eine Winterstarre, dazu kann das Frühbeet oder eine Überwinterungsgrube genutzt werden.

Zudem sollte es einen kühlen, möglichst erdigen Schlafplatz geben und idealerweise eine kleine Auslauf-Fläche.

Genaue Bauanleitungen finden sich auf verschiedenen Schildkröten-Seiten.


Haltung im Terrarium:

Grundsätzlich gilt: Entscheiden sie sich bitte NICHT zur Haltung im Terrarium! Terrarien sind meist zu warm und zu unnatürlich für griechische Landschildkröten. Die Schildkröten wachsen zu schnell, der Panzer wird zu dick, die fehlende nächtliche Temperaturabsenkung stresst den Körper, die Vorbereitung auf die Starre ist kaum umsetzbar, Jahreszeiten gibt es nicht. All diese unnatürlichen Faktoren fördern Krankheiten, Leid, Schmerzen und verkürzen die Lebenserwartung.

Wenn eine Innenhaltung aufgrund Krankheit im Winter nötig ist, dann bitte in einem naturnah eingerichteten Zimmergehege. Die Temperatur sollte bei 18-20°C liegen. Lediglich unter der Wärmelampe sind 35-40°C in Ordnung, ansonsten braucht es kühle Zonen auf Erde und unter Pflanzen.

Terrarium: Die richtige Beleuchtung



UV-Licht ist lebenswichtig für Griechische Landschildkröten. Im Freigehege erhalten sie dies über das natürliche Tageslicht.

Wenn eine Innenhaltung nötig ist, empfiehlt sich (für stundenweisen Einsatz) statt einer separaten UV Quelle, besser eine Wärme-UV-kombinierte Methode wie z.B. die Bright Sun Desert (von Lucky Reptile).

Dann benötigt man noch einen Wärmestrahler, der punktuell eine Wärme von bis zu 35 Grad erzeugt. Die Grundbeleuchtung kann z. B. durch einen HQI-Strahler erzeugt werden.

Die Beleuchtung sollte - abhängig von der Jahreszeit - 10 bis 12 Stunden pro Tag eingeschaltet sein. Am Besten steuern sie dies über eine Zeitschaltuhr.

Vergesellschaftung von mehreren griechischen Landschildkröten



Griechische Landschildkröten sind sehr gesellig und sollten daher auch immer zu mehreren gehalten werden. Je nach Größe des Geheges oder Terrariums sollten es mindestens drei Tiere sein. Es sollte am Besten immer ein Männchen mit mehreren Weibchen zusammengehalten werden, damit sich der aggressive Geschlechtstrieb des Männchens auf mehrere Weibchen verteilt.


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Autor: M. Thalheim (05/2008) | Zuletzt geändert am/um: 01.09.2021 um 13:38

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