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Seltene Nutztierrassen vor dem Aussterben bewahren


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Beim Stichwort „vom Aussterben bedrohte Tiere“ denken wir erst einmal an Pandabären, Indische Tiger und andere Wildtiere in fernen Ländern. Doch auch viele Nutztierrassen werden immer seltener oder verschwinden ganz. In Europa wird eine Nutztierrasse dann als selten eingestuft, wenn es weniger als 5.000 bis 10.000 in Herdebücher eingetragene Zuchttiere gibt, dann ist die langfristige Bestandssicherung nicht mehr gewährleistet.

Gefährdete Nutztierrasse: Tiroler Grauvieh
Tiroler Grauvieh


Auch hierzulande fallen viele alte einheimische Nutztierrassen in diese Kategorie, darunter das Tiroler Grauvieh (siehe Foto), das Kärntner Brillenschaf (siehe Foto), das Zackelschaf, das Turopolje Schwein, das Altsteirerhuhn, die Pommernente, die Österreichische Landgans und das Noriker Pferd. Für ihren Erhalt setzt sich unter anderem die Arche Austria, Verein zur Erhaltung seltener Nutztierrassen, ein.

Kärntner Brillenschaf Herde
Kärntner Brillenschafe


Warum ist es wichtig, das alte Nutztierrassen erhalten werden?


Schuld am Rückgang vieler Nutztierrassen ist der lange anhaltende Trend in der Landwirtschaft, sich auf wenige Hochleistungsrassen zu konzentrieren. Diese produzieren viel Milch, Fleisch oder Eier, sind also eine billige und effiziente Nahrungsquelle. Doch oft sind Hochleistungsrassen anfällig für Krankheiten und brauchen teures Mastfutter. Alte Nutztierrassen sind dagegen in der Regel sehr robust und bestens an die regionalen Bedingungen, also Klima, Bodenverhältnisse und Futterangebot im Freiland, angepasst. Sie eignen sich für Landschaftspflegeprojekte und extensive Haltung.



Während ein modernes Hybridschwein bei Freilandhaltung im Sommer mit Sonnenbrand und im Winter mit Lungenentzündungen zu kämpfen hätte, ist zum Beispiel das Mangalizer Schwein, das als „hoch gefährdet“ eingestuft wird, dank ihrer Behaarung ausgesprochen witterungsresistent.

Gerade für Betriebe, die ausreichend Land haben und auf Kunden setzen, die gesunde und qualitativ hochwertige Milch- und Fleischprodukte von artgerecht gehaltenen Tieren wünschen, aber auch für Hobbytierhalter sind alte Nutztierrassen eine gute Wahl. Die Erträge fallen zwar niedriger auf, langfristig kann der Landwirt aber auf der anderen Seite Tierarzt- und Futterkosten sparen, so dass die Wirtschaftlichkeit wieder gegeben ist. So frisst zum Beispiel das Montafoner Steinschaf auch Ampfer, Gehölz und Brennnesseln. Das ist nicht nur kostengünstig, sondern spart auch Zeit, da das Steinschaf beim Grasen so gleichzeitig Weidepflege betreibt.

Retten durch aufessen


Auf den ersten Blick klingt es paradox, dass es zum Erhalt seltener Nutztierrassen und ihrer Genvielfalt beiträgt, wenn man zum Beispiel Mangaliza-Leberstreichwurst auf sein Brot schmiert – schließlich musste dafür eines der seltenen Tiere geschlachtet werden. Doch die Arche Austria und ähnliche Vereine empfehlen einstimmig, die Produkte der robusten Allrounder zu vermarkten. Nur wenn Landwirte und Verbraucher langfristig von der Qualität der alten, artgerecht gehaltenen Nutztierrassen überzeugt werden können, haben sie eine Chance zu überleben.

Link:
www.arche-austria.at (Arche Austria)
Zuletzt geändert am/um: 07.07.2022 um 16:31

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