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In Australien und Neuseeland hat es der Osterhase schwer

05.04.2015 um 22:53 (Letzte Aktualisierung: 23.01.2020)


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Während vor allem Kinder in unseren Breitengraden im Frühling den Osterhasen ungeduldig erwarten, hat Meister Lampe mit den gefärbten Eiern im Rucksack auf der anderen Seite der Welt keinen besonders guten Ruf. In Neuseeland gibt es sogar eine jährliche Osterhasenjagd statt, bei der Jäger zwar nicht auf Hasen, aber auf wilde Kaninchen schießen. Der "Easter Bunny Hunt" dauert 24 Stunden, in dieser Zeit wurden in diesem Jahr über 8.000 Wildkaninchen getötet. Hintergrund für diesen für uns doch recht bizarr anmutenden Brauch ist die Kaninchenplage, die in Neuseeland und Australien großen Schaden anrichtet.

Bilby
Bilby: Große Kaninchennasenbeutler (Macrotis lagotis)


Im 19. Jahrhundert setzten englische Siedler die ersten Kaninchen zuerst in Australien aus - in der Absicht, ein neues, leckeres Wildtier, das man jagen konnte, anzusiedeln. Eine Aktion, die fatale Folgen hatte. Die fruchtbaren Nagetiere vermehrten sich im neuen Zuhause, in dem es kaum natürliche Feinde und reichlich Futter gab, in Windeseile, heute bevölkern Millionen von Kaninchen den fünften Kontinent. Sie fressen die Felder leer und einheimischen Tieren das Futter weg und richten so enormen finanziellen und ökologischen Schaden an. Bislang sind alle Versuche, der Plage mit Jagd, Gift oder tödlichen Viren Herr zu werden, langfristig fehlgeschlagen. So wird also auch die Osterhasen-Jagd in Neuseeland die Population auf Dauer kaum eindämmen.

In Australien greift man Ostern nicht zum Gewehr, sondern hat sich kurzerhand eine Alternative zum Osterhasen ausgedacht. Neben dem "Easter Bunny" bringt jetzt ein "echter" Australier, der Großen Kaninchennasenbeutler (Macrotis lagotis), vor Ort "Bilby" genannt. Das kleine Beuteltier, das fast so lange Ohren wie der echte Osterhase hat (siehe Foto oben), ist vom Aussterben bedroht. Denn der Bilby wurde für ihr zartes Fleisch und seidiges Fell erbarmungslos gejagt. Zudem machen dem Beuteltier importierte vierbeinige Jäger und Nahrungskonkurrenten wie Füchse, Katzen und Kaninchen das Leben schwer. Die "Beförderung" zum österlichen Eierlieferanten soll dem Großen Kaninchennasenbeutler mehr Aufmerksamkeit bringen und so zu seinem Überleben beitragen.
Zuletzt geändert am/um: 23.01.2020 um 13:11

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Foto 1: susan flashman - stock.adobe.com

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