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Unzertrennlich: Wenn Pferde kleben

Unzertrennlich: Wenn Pferde kleben

24.02.2015 um 11:49 - Thema: Pferde


Die Ausreitsaison steht vor der Tür und bringt für einige Reiter ein nerviges Problem mit sich: Manche Pferde hängen so sehr an ihren Artgenossen, dass sie kaum alleine vom Hof geritten , im Gelände auch nicht für einige Meter von ihren Artgenossen weg geritten werden können oder über den Zaun springen, wenn sie alleine auf der Koppel stehen. Das Problem auf die Schnelle mit Peitsche und Sporen lösen zu wollen, zerstört nur das Vertrauensverhältnis zum Reiter und ist auch ansonsten völlig kontraproduktiv. Denn Pferde, die mit aller Macht bei ihren Artgenossen bleiben wollen, haben dieses Bedürfnis ja nicht, um ihren Reiter zu ärgern. Der Wunsch, nah bei den Artgenossen zu bleiben, ist ein Urinstinkt, der in freier Wildbahn überlebenswichtig ist. Denn einzelne Pferde in der Steppe waren leichte Beute für Raubtiere.

Mit viel Geduld, sinnvoll aufgebautem Training, Gewöhnungsarbeit, artgerechter Haltung und im besten Fall auch mit der Unterstützung eines erfahrenen Ausbilders, schafft man es aber, dass aus einem ängstlichen Kleber ein selbstsicheres Pferd wird, das auch motiviert ohne andere Pferde über die Feldwege trabt. Neben den Übungen unter dem Sattel hilft auch gute Bodenarbeit dabei, das Selbstvertrauen des Pferdes und sein Vertrauen in den Reiter zu stärken.
Lässt sich das Pferd nicht alleine vom Hof weg reiten, sollte man es am Anfang eben ruhig führen. Voraussetzung dafür ist aber natürlich, dass das Pferd eine gute Grundausbildung genossen hat und sich sicher führen lässt. Den Abstand zum Hof sollte man, egal ob am Führstrick oder unter dem Sattel, dann nur ganz allmählich um einige Meter pro Tag verlängern und immer schon umkehren, bevor sich das Pferd richtig aufregt. Wichtig an dieser Stelle ist auch viel Lob für jeden Schritt in die richtige Richtung.
Für das Anti-Kleben-Training im Gelände sucht man sich am besten Mitreiter mit gelassenen, durchlässigen Pferden aus. Diese bleiben dann ruhig stehen, während man selber nur rund zehn Meter weg reitet und dann wieder zu der Gruppe zurückkehrt. Mit viel Zeit und etlichen Übungseinheiten lassen sich die Anforderungen dann langsam steigern, so dass die anderen Pferde erst im ruhigen Schritt, dann aber auch im Trab in eine andere Richtung gehen können.

Auf der Weide sollte ein Kleber ohne gründliche Vorbereitung und intensives Training nie alleine gelassen werden – gerät er in Panik, kann es sich und andere schwer verletzen.

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