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Können Tiere Selbstmord begehen?

24.01.2015 um 07:26 (Letzte Aktualisierung: 23.01.2020)


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Über Tiere, die Selbstmord begehen, existieren zahlreiche Geschichten und Legenden. Die bekannteste ist die vom Massenselbstmord der Lemminge, die sich zu Tausenden von Klippen ins Meer stürzen. Entstanden ist diese Legende durch den Film „While Wilderness“ (1958). Doch auch wenn auf den großen Wanderungen der Lemminge tatsächlich viele der putzigen Nager ertrinken oder an Erschöpfung sterben, ist nicht bekannt, dass sie tatsächlich jemals freiwillig aus dem Leben gehen. Eine weitere sehr verbreitete, aber falsche Legende ist die vom Skorpion, die sich selbst zu Tode stechen, wenn man sie in einen Feuerkreis setzen. Bei diesem grausamen Experiment zucken die Skorpione zwar sehr stark, so dass tatsächlich der Eindruck entstehen könnte, dass sie sich selber stechen würden. Doch Skorpione sind gegen ihr eigenes Nervengift immun.

Katze und Maus

Auch für die zahlreiche „Selbstmorde“ an der legendären Overtounbrücke in Schottland, von der sich seit den frühen 1960er Jahren mehr als 50 Hunde stürzten, fand sich vor einigen Jahren nach langem Rätselraten eine einleuchtende Erklärung. Der Verhaltensforscher David Sexton fand heraus, dass vermutlich der Geruch von Nerzen, die unterhalb des Bauwerkes leben, die Hunde über die Mauer lockt.

Dass Tiere überhaupt bewusst Selbstmord begehen können, wird in der Wissenschaft angezweifelt. Allerdings gibt es im Tierreich einen „genetisch programmierten“ Selbstmord. So opfern sich zum Beispiel Arbeiter der südamerikanischen Termitenart „Neocapritermes taracua“ für ihre Artgenossen. Sie tragen eine Art „Rucksackbombe“ mit einem kristallförmigen Kupferprotein, dass in Kontakt mit dem Speichel zur tödlichen Waffe wird. Greifen nun andere Termiten die eigene Kolonie an, „sprengen“ lassen vor allem ältere Arbeiter ihre Bombe platzen, um die Feinde ins Jenseits zu schicken. Dabei nehmen sie auch ihren eigenen Tod in Kauf.

Manche Tiermännchen, zum Beispiel die australische Rotrückenspinne (siehe Foto), opfern sich für bessere Fortpflanzungschancen. Das Spinnenmännchen bietet sich seiner Angebeteten regelrecht zum Fraß an. Sie verspeist ihn, währen er ihren Samenauffangbehälter füllt. Evolutionär macht das Sinn: Auf diese Weise kann das Spinnenmännchen bis zu 3.000 Nachkommen hinterlassen, die im Laufe der nächsten zwei Jahre das Licht der Welt erblicken.

Rotrückenspinne
Rotrückenspinne (Latrodectus hasselti)


Manche Tiere, darunter Mäuse, Ameisen und Bachflohkrebsen werden von Parasiten in den Freitod getrieben. Denn einige Parasiten müssen verschiedene Zwischenwirte durchwandern. So ist der Hirnparasit Toxoplasma gondii darauf angewiesen, von der Maus oder Ratte in den Katzendarm zu kommen, da er nur dort seinen Lebenszyklus beenden kann. Er schafft das durch Manipulationen im Nagergehirn, die die Maus dazu bringen, geradezu zwanghaft die Nähe von Katzen zu suchen.
Zuletzt geändert am/um: 23.01.2020 um 12:41

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