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Alle Jahre wieder: Zecken im Weihnachtsbaum?

29.11.2014 um 20:21 (Letzte Aktualisierung: 23.01.2020)


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Milde Temperaturen, kaum Schnee: Für echte Weihnachtsfans ein enttäuschender Winter. Aber die Zecken freuen sich - denn selbst, wenn die kleinen Blutsauger in eine Winterruhe verfallen sind, werden sie bei milden Wintertemperaturen über acht Grad wieder aktiv. Wer sich im Wald auf die Suche nach einem schönen Weihnachtsbaum macht, sollte deswegen im milden Winter auf einen ausreichenden Zeckenschutz achten.

Zeckengefahr im Weihnachtsbaum

Den Weihnachtsbaum selbst im Wald schlagen gehört für viele Familien zum Fest dazu. Ist die Witterung sehr mild, lauern im Wald jedoch Zecken, denn bei Temperaturen über acht Grad erwachen die Spinnentiere aus ihrer Winterruhe. Können sich die kleinen Blutsauger jedoch auch im Weihnachtsbaum verstecken? „Dass Zecken zu einem unliebsamen Christbaumschmuck werden, ist sehr unwahrscheinlich“, sagt der Diplom-Biologe Martin Komorek aus Heidelberg. „Zecken sind im Winter im Boden zu finden und nicht auf Bäumen.“ Und selbst wenn Zecken in einem Tannenbaum sitzen und so ins heimische Wohnzimmer gelangen, sei die Gefahr gering, erklärt Komorek. „Zecken brauchen zum Überleben eine hohe Luftfeuchtigkeit, die in der Wohnung normalerweise nicht gegeben ist.“

Beim Spaziergang durch den Wald und dem Fällen des Baumes können sich Zecken allerdings schnell ihr menschliches Opfer suchen, da sich die kleinen Blutsauger auf Gräsern, im Laub und niedrigen Ästen verstecken. So kann es unbemerkt passieren, dass Zecken am Körper doch mit in die Wohnung genommen werden. Deswegen sollten Kleidung und Körper nach einem Waldspaziergang bei milden Temperaturen sowie nach dem Brennholz- oder Weihnachtsbaumkauf im Wald gründlich auf Zecken untersucht werden.

Hat eine Zecke zugestochen, sollte sie schnellstmöglich entfernt werden. Denn Zecken können unter anderem Bakterien übertragen, die zu einer Lyme-Borreliose führen können, sowie in den Risikogebieten eine Form der Hirnhautentzündung, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) genannt, übertragen. Anders als der Name vermuten lässt, gibt es die Krankheit nicht nur im Frühsommer. Auch im Herbst und Winter sind Zecken aktiv und können die gefährliche Krankheit FSME übertragen. Schutz bietet nur eine Impfung gegen FSME.

Was tun gegen Zecken im Garten?



Ihr Hund hat Zecken, obwohl Sie nicht mit ihm im Wald spazieren waren? Sie wundern sich, woher der Blutsauger im Nacken Ihrer Tochter stammt. Dabei hatte sie nur vor der Terrassentür gespielt. Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Parasiten Ihren Garten erobert haben. Anders als landläufig angenommen, halten sich Zecken nicht nur im Wald auf, sondern überall dort, wo sie passende Lebensbedingungen finden. Zahlreiche Erkrankungen an FSME und Borreliose gehen daher auf Zeckenstiche im eigenen Garten zurück. Aber Sie können bereits jetzt einiges tun, um es den Tieren ungemütlich zu machen – damit Ihnen im kommenden Frühjahr keines auf den Pelz rückt.

Hier die fünf wichtigsten Tipps

  1. Entfernen Sie gleich im Herbst überschüssiges Laub und schneiden Sie Äste und Gestrüpp zurück. Zecken lauern vor allem an schattigen Plätzen an Gräsern und Büschen. Bei kalten Temperaturen ziehen Sie sich in die schützende Laubschicht am Boden zurück, da sie zum Überleben eine hohe Umgebungsfeuchtigkeit brauchen. Durch das Entfernen von Laub und Ästen schaffen Sie trockenere Bedingungen und ermöglichen eine direkte Sonneneinstrahlung.

  2. Zusätzlich sollten Sie zur Zeckenbekämpfung den Rasen nochmals kurzschneiden, damit der Morgentau schneller trocknet. Je kleiner der dicht bewachsene Teil des Gartens und je trockener, umso unwahrscheinlicher der Zeckenbefall.

  3. Eine dichte Umzäunung verhindert zusätzlich, dass größere Tiere, wie Igel und Füchse, in den Garten eindringen. Sie tragen oft Zecken mit sich und sorgen erst dafür, dass sich die Blutsauger in Hausnähe ausbreiten können.

  4. Um zu testen, ob Ihr Garten tatsächlich befallen ist, reicht ein einfacher Trick. Ziehen Sie an einem wärmeren Tag ein helles Stück Stoff, z.B. ein weißes Laken, an einem Stock über die Vegetation und schauen Sie nach, ob sich ein paar der Krabbeltiere daran festgekrallt haben. Sehen sie kleine schwarze Punkte auf dem Laken, lohnt sich ein genauerer Blick mit der Lupe. Zecken sind als Spinnentiere an ihren acht Beinen zu erkennen.

  5. Besonders wichtig: Schützen Sie sich durch die üblichen Schutzmaßnahmen vor den möglichen gesundheitlichen Folgen eines Zeckenstichs. Den eigenen Körper absuchen und zügiges Entfernen der Parasiten gehört ebenso dazu wie in Risikogebieten die FSME-Impfung.
Übrigens untersucht eine Studie der Universität Hohenheim aktuell den Zeckenbefall von Gärten in und um Stuttgart. Ziel der Studie ist es, die besonderen Kennzeichen betroffener Gärten zu erfassen und gegebenenfalls genauere Parameter für die Gestaltung zu entwickeln, um Zecken aus dem Garten zu vertreiben.

Links:
www.zecken.at (Infoportal Österreich)
www.zecken.de (Infoportal Deutschland)
Zuletzt geändert am/um: 23.01.2020 um 13:09

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