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Lebenslange Liebe im Tierreich - Beispiele ewiger Treue

26.06.2014 um 09:01 (Letzte Aktualisierung: 12.03.2020)


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Wirklich häufig ist die „Einehe“ in der Tierwelt zwar nicht, doch schätzungsweise 4-5 Prozent aller Tiere, darunter Füchse, Biber und Präriewühlmäuse, binden sich fest an einen Partner. Besonders eindrucksvoll praktiziert die Präriewühlmaus die eheliche Treue. Wenn die Nager ihren Partner treffen, feiern sie das mit einer wilden, 24 Stunden andauernden Liebesnacht, in der so viele „Kuschelhormone“ Oxytocin frei gesetzt werden, dass die Bindung ein Leben lang anhält. Und sogar darüber hinaus: Wenn einer der Partner stirbt, bleibt die überlebende Wühlmaus bis zu ihrem Tod alleine. Welch sehr so viel Romantik von den Hormone abhängt, fanden amerikanische Forscher heraus, als sie die Ausschüttung des Oxytocins im Labor unterdrückten. Dann wechselten die Präriewühlmäuse nämlich häufig den Partner.

Rotfuchs Pärchen (Vulpes vulpes)
Rotfuchs Liebespärchen


Aus evolutionärer Sicht macht Monogamie nur selten Sinn, denn sie hat einen entscheidenden Nachteil: Sie verhindert die größt mögliche genetische Vielfalt. Doch wenn die Aufzucht des Nachwuchses besonders arbeitsintensiv ist, lohnt sich das monogame Beziehungsmodell offenbar doch. Denn in einem eingespielten Team ist es einfacher, die Kleinen zu versorgen und zu verteidigen. So weiß man, dass Möwenpärchen, die schon länger zusammen sind, bessere Chancen haben, ihren Nachwuchs aufzuziehen.

Auch Wanderalbatrosse bleiben ihrem Partner treu, obwohl sie sich nur alle paar Jahre auf ihrer Heimatinsel im Südpolarmeer treffen, um gemeinsam ein Ei auszubrüten und sich zehn Monate lang um das Küken zu kümmern.

Dass der Spruch „Wo die Liebe hinfällt...“ auch im Tierreich Berechtigung hat, bewies Trauerschwandame Petra im deutschen Münster. Sie verliebte sich nämlich in ein überlebensgroßes weißes Tretboot in Schwanenform und begleitete es zwei Jahre lang, bevor sie 2009 verscholl. Auch wenn Schwäne einen Artgenossen wählen, bleiben sie lebenslang mit demselben Partner zusammen. In vielen Kulturen symbolisieren die schönen Wasservögel deshalb Reinheit und Treue.

Tiere, die sich lange an einen Partner binden, verbringen verständlicherweise oft mehr Zeit mit der Partnersuche als promiskuitive Tiere. Südostasiatische Gibbons sind gar bis zu drei Jahre mit der Partner- und Reviersuche beschäftigt, bevor sie eine Familie gründen.

Weniger wählerisch sind Anglerfische. Sie verschmelzen buchstäblich mit dem ersten Männchen oder Weibchen, das sie in der dunklen Tiefsee treffen. Es ist eine Verbindung für die Ewigkeit: Das winzige Männchen verbeißt sich im großen Körper der Dame und wird - nachdem Gewebe und Blutkreisläufe verwachsen sind – quasi zum trabbaren Samenspender.

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Zuletzt geändert am/um: 12.03.2020 um 14:42

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