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Baumeister im Tierreich - Inspiration für uns Menschen

26.05.2014 um 11:35 (Letzte Aktualisierung: 12.03.2020)


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Im Frühling und Sommer wird auf unseren Baustellen mit Hochdruck gearbeitet. Das ist im Tierreich nicht anders als bei uns. Vögel, Insekten und Säugetiere graben Höhlen und Gänge, polstern Kinderstuben aus, weben Wände, decken Dächer, schmücken Liebeslauben und bauen Dämme.

Bieber

Welche Monumentalbauten Tiere errichten können, kann man im Wood Buffalo Nationalpark in Kanada bestaunen. Dort liegt der mit 850 Metern größte bisher bekannte Biberdamm der Welt. Mit dem Damm aus Holz, Steinen und Schlamm regulieren die Nagetiere, die mit ihren Schneidezähnen in einer Nacht einen 40 Zentimeter dicken Baum fällen können, den Wasserstand. Aus kleinen Bächen können so ganze Seen entstehen. Falls möglich zieht die Biberfamilie in einen Erdbau am Ufer. Alternativ baut sie eine Wasserburg aus Holzstämmen, die über drei Meter hoch und über zehn Meter breit sein kann. Der Eingang zur Burg liegt unter Wasser und ist so gut gegen feindlich gesinnte Eindringle geschützt.

Ganze Städte bauen die nordamerikanischen Schwarzschwanz-Präriehunde – 1900 fand man in Texas eine rund 65.000 Quadratkilometer grosse, unterirdische Wohnsiedlung mit etwa vier Millionen Einwohnern. In so einer Höhlenstadt gibt es Schlafräume, Kinderzimmer, Toiletten und Aussichtstürme, die die Eingänge vor Regen schützen und von denen die Erdhörnchen Ausschau nach Feinden halten.

In den mehrstöckigen Nestern von Wespen lebt ein ganzer Staat. Das Material für die filigranen Bauwerke stellen die Insekten selber her: Sie zerkauen Fasern von totem Holz zu einer papierartigen Masse.

Vögel sind begabte Nestbauer



Viele der begabtesten tierischen Baumeister und Architekten findet man im Reich der Vögel. So weben die Siedelweber aus Gras und Zweigen bis zu eine Tonne schwere, bis zu sieben Meter lange und vier Meter breite Nester, in denen bis zu 100 Paare einziehen.

Siedelweber Vogel und Nest
Siedelweber (Philetairus socius) und Nest


Die in Europa heimischen Schwanzmeisen, so fand Mike Hansell von der schottischen Universität Glasgow heraus, sammeln für ein Nest etwa 3.000 Flechtenflocken, rund 1.500 Federn, bis zu 300 Moosteilchen und 600 Eikokons von Spinnen, aus denen sie Seidenfäden ziehen. Die Seidenfäden befestigen das Nest am Bau und können wie eine Art Klettverschluss von der Rinde gelöst und neu fixiert werden. Weissnest-Salagane legen ihre eigenen Speichelfäden in Hufeisenform übereinander, schließlich verhärtet die Spucke zum Nest. Für die Segler könnte die Bauweise im schlimmsten Fall das Aussterben ihrer Art bedeuten. In China sind die Nester nämlich beliebte Suppeneinlage und werden deshalb in großen Rahmen gesammelt.

Menschen werden von tierischen Bauten inspiriert



Eine südamerikanische Legende erzählt, dass die Menschen das Häuserbauen von dem Rosttöpfer lernten. Der 60 Gramm leichte Vogel schützt seinen Nachwuchs mit bis zu fünf Kilogramm schweren Tonbauten gegen Hitze und Nesträuber. Ein Nest wird aus über 2.000 Lehmkügelchen zusammen gesetzt.



Der Architekt Mick Pearce ließ sich für das 1996 eröffnete „Eastgate Centre“ in Simbabwes Hauptstadt Harare von den Termiten-Hügelhäusern inspirieren, kopierte ihre Technik und konnte dadurch auf die teuren Klimaanlagen verzichten. In den Termitenhäusern, die mehrere Meter hoch sein können und oft ebenso tief in die Erde reichen, herrscht nämlich dank einer raffinierten Belüftungstechnik der Insekten trotz schwankenden Außentemperaturen ein angenehm konstantes Klima bei 30 Grad.

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Zuletzt geändert am/um: 12.03.2020 um 14:41

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