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Giftschlangen

Giftschlangen

10.08.2008 um 11:49 - Thema: Reptilien


Als Giftschlangen bezeichnet Schlangen, die bei der Jagd auf Ihre Beute, zum Töten dieser, durch Beißen oder Spucken Giftstoffe verwenden, die bei Menschen und Tieren Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Hierbei gibt es eine Reihe verschieden wirkender Giftstoffe. Das Gift kann neurotoxisch wirken, indem es das zentrale Nervensystem beeinträchtigt und somit u.a. Lähmungserscheinungen beim Opfer bewirkt, kardiotoxische Gifte wirken direkt auf den Herzmuskel bis zu einem Herzstillstand und hämotoxische auf Blut und Gewebe. Andere lassen die Blutgerinnung nicht zu, so dass es zu einer Blutverstopfung kommt, wieder andere schädigen die Muskulatur, dass sich das Opfer nicht mehr weiter fortbewegen kann. Das Gift wird in den Drüsen der Oberlippe einer Giftschlange gebildet und durch das Zubeißen, von den Giftzähnen in den Körper der Beute hineingespritzt. Die Giftzähne sitzen meist an der vorderen, oberen Kieferseite oder, z.B. bei den Trugnattern, am hinteren Oberkiefer. Da deren Zähne jedoch so sehr weit hinten sitzen, besteht durch einen Biss kaum eine Gefahr zur Vergiftung. Deshalb werden sie allgemein auch als ungiftig angesehen. Eine Ausnahme macht hier die Speikobra. Sie spritzt ihr Gift durch Spucken dem Angreifer entgegen, was jedoch weitaus nicht so gefährlich ist, wie gebissen zu werden.

Jährlich sterben weltweit tausende Menschen durch Bisse von Giftschlangen. Aufgrund der Weiterentwicklung von Forschung und Medizin sind die Todeszahlen jedoch deutlich zurückgegangen und sinken von Jahr zu Jahr. Zur Antikörperbildung und Virenbekämpfung wird das Schlangengift auch in der Medizin eingesetzt und zeigt sich dort als unerlässliches
Hilfsmittel.

Die giftigsten Schlangen der Erde sind in Australien beheimatet und stammen aus den Familien der Vipern und Nattern. Merkmale einer Viper sind teils sehr große, bis zu 4,5 cm lange Giftzähne in der oberen Hälfte des Kiefers. Bei den Giftnattern befinden sich, ebenfalls am vorderen oberen Kiefer, paarweise kleine, starre Giftzähne. Bei der Gabunviper, einer wunderschönen Schlange aus der Gattung der Puffottern sind die Giftzähne bis zu maximal 5 Zentimeter lang. Somit ist sie, genauso wie bei Ihrem Gewicht von etwa 10 Kilogramm, die Rekordhalterin unter den Giftschlangen. Mit über zwei Metern Länge zählt sie auch zu den größten Vipern, die es gibt. Die wohl bekannteste Viper ist die in Amerika vorkommende Klapperschlange. Sie gehört zur Unterfamilie der Grubenottern. Zu den Giftnattern zählt u.a. die Mamba, die Kobra und auch die Seeschlange. Das stärkste Gift unter allen Schlangen hat der australische Inlandtaipan, der aber allgemein nur bei zu hohen Außentemperaturen als aggressiv gilt.

Die Haltung von gefährlichen Tieren -darunter fallen auch alle Giftschlangen- in Privathaushalten, ist in Deutschland bislang in den Bundesländern Hessen sowie Schleswig-Holstein strengstens untersagt. Laut dem neuen Tierschutzgesetz in Österreich, gilt dort dasselbe für die ganze Republik. In den restlichen Bundesländern ist die Haltung unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, jedoch gegenüber der zuständigen Artenschutzbehörde anzuzeigen. Dieses Gesetz ist äußerst umstritten und große Gesellschaften, wie DGHT und BNA, wehren sich kräftig dagegen. Die DGHT, die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde, ist die weltweit größte Organisation ihrer Art, mit mehr als 8.000 Mitgliedern.

Zur Haltung, falls in dem jeweiligen Bundesland erlaubt, sei grundsätzlich zu sagen, dass sich Anfänger damit erst gar nicht beschäftigen, sondern zunächst einmal einige Jahre ungiftige Schlangen halten sollten, um eine gewisse Sachkenntnis zu erlangen, was als notwendige Voraussetzung zur Haltung einer Giftschlange unerlässlich ist.

Es müssen verschiedene Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, wie z.B., das Terrarium so zu gestalten, dass man die Schlange stets im Blick hat, um einem möglichen plötzlichen Angriff dieser vorzusorgen. Des Weiteren muss der Terrarienraum immer verschlossen und für andere nicht zugänglich sein. Man sollte niemals jemanden, der über Sachkenntnis nicht verfügt, alleine nur in die Nähe des Terrariums lassen. Das Terrarium selbst muss immer mit einem Schloss sicher verriegelt sein. Die Notrufnummer der regionalen Giftzentrale sollte gut sichtbar in dem Terrarienraum angebracht werden. Eine Sachkundeschulung, mit zusätzlicher Prüfung zur Haltung gefährlicher Tiere, z.B. bei der DGHT oder der ÖGH, der Österreichischen Gesellschaft für Herpetologie, sollte ebenfalls als Selbstverständlichkeit angesehen werden.

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