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Spinnenphobie: Infos, Auslöser und Therapieformen

01.08.2008 um 11:29 (Letzte Aktualisierung: 22.01.2020)


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Arachnophobie ist das lateinische Wort für die Angst vor Spinnen. Bei Menschen mit Spinnenangst handelt es nicht um Personen, die Spinnen eklig finden, sondern um Menschen, die eine irrationale Panik vor Spinnen entwickelt haben. Sobald ein Arachnophobiker eine Spinne entdeckt, kann er den Blick nicht mehr von ihr abwenden.

Spinnenphobie
Spinnenphobie | Angst vor Spinnen (Arachnophobie)


Die Angst vor einem der kleinen Krabbeltiere kann soweit gehen, dass der Arachnophobiker Schweißausbrüche, Herzklopfen, Übelkeit und sogar eine Angstattacke bekommt. Dabei muss die Spinne nicht lebendig vor dem Betroffenen sitzen, ein Foto einer Spinne oder sogar nur die Vorstellung, dass eine Spinne auftauchen könnte, reicht meist schon aus. Den Betroffenen ist normalerweise klar, dass ein Grund zur Angst vor der Spinne nicht besteht, trotzdem können sie nichts gegen ihre Angst tun.

Für Menschen giftige Spinnen gibt es in Österreich/Deutschland nicht. Es gibt drei Spinnenarten, die zwar beißen, aber dem Menschen damit keinen Schaden zufügen können. Lediglich der Biss des Dornfingers kann zu einer Schwellung, möglicherweise auch zu Kopfschmerz, Übelkeit oder sogar erhöhter Temperatur führen. Langzeitschäden sind allerdings nicht zu erwarten, in der Regel sind die Symptome nach drei Tagen wieder abgeklungen.

Für die Ursache der Phobie gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Zum einen könnte das Verhalten als Kleinkind abgeschaut worden sein. Wenn ein Elternteil an Arachnophobie leidet, lernt das Kind möglicherweise aus dem Verhalten des Betroffenen, dass Spinnen gefährliche Tiere sind und entwickelt so eine eigene Phobie gegen Spinnen. Eine weitere Möglichkeit könnte darin liegen, dass Spinnen in Relation zu ihrer Körpergröße sehr schnell, wendig und vor allem unberechenbar sind. Zudem bemerkt man sie oft erst dann, wenn sie nah am eigenen Körper sind. Ebenfalls im Bereich des Möglichen ist, dass die Angst vom Erscheinungsbild der Spinnen kommt. Man sagt, dass der Mensch sich am meisten vor dem fürchtet, das vom eigenen Erscheinungsbild total abweicht. Allerdings gibt es mehrere Tierarten, die dem Menschen keineswegs ähnlich sehen, weswegen diese Theorie eher zu vernachlässigen ist.

Möglicherweise ist die Phobie auch genetisch bedingt und findet ihre Ursprünge in vergangenen Zeiten, als von Spinnen noch eine tatsächliche Gefahr ausging und Menschen von Spinnenbissen getötet wurden. In der evolutionären Entwicklung der Menschheit könnte sich die Spinnenangst so zu einer Arachnophobie weiter entwickelt haben. Außerdem könnte auch ein schlimmes Erlebnis mit einer Spinne zu einem Trauma geführt haben.

Konfrontationstherapie (Verhaltenstherapie) bei Spinnenphobie



Eine Therapieform ist die systematische Desensibilisierung. Der Betroffene wird direkt mit einer Spinne konfrontiert (Expositionstherapie) und muss sich mit dieser und somit auch mit seiner Angst auseinandersetzen. Das geschieht zunächst aus der Distanz, zum Beispiel mit Fotos von Spinnen. Später soll der Phobiker dann Spinnen in Terrarien betrachten, wobei hier noch kein direkter Kontakt stattfindet und die Glaswand des Terrariums eine Schutzbarriere darstellt. Zum Ende der Therapie soll der Arachnophobiker sogar eine Spinne berühren. Der Therapeut als Vorreiter zeigt dem Betroffenen, dass die Spinne dem Menschen nichts tut. Dann soll es der Phobiker gleichtun.

Konfrontationstherapie: Vogelspinne auf Hand
Konfrontationstherapie bei Spinnenphobie


Es ist wichtig, dass die Konfrontationstherapie nicht abgebrochen, sondern durchgehalten wird. Ein Abbruch könnte die Angst noch verstärken. Hat der Betroffene aber durchgehalten, stellt er fest, dass alles gar nicht so schlimm war. Er verliert die Angst oder kann sie zumindest kontrollieren.

Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Reizüberflutung. Der Arachnophobiker wird in ein abgedunkeltes Zimmer gesperrt, in welchem sich sehr viele Spinnen aller Größen und Arten aufhalten. Es soll dem Zweck dienen, dass sich der Betroffene nach dieser Therapie den Spinnen ohne Angst oder Körpersymptomen nähern kann. Dieser Effekt konnte aber nur in den seltensten Fällen beobachtet werden. In der Regel verschlimmerte sich die Spinnenangst noch. Die Therapie ist daher sehr umstritten.

Einige Phobiker halten sich nach einer erfolgreichen Therapie beispielsweise Vogelspinnen als Haustiere. Die meisten Betroffenen können sich zwar einer Spinne nähern und ihre Nähe ohne Angstattacken ertragen, der Ekel und die Abneigung aber bleibt weiterhin bestehen. Immerhin wird die Lebensqualität nicht mehr beeinträchtigt und das ist das wichtigste Ziel der Verhaltenstherapie.
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Zuletzt geändert am/um: 22.01.2020 um 19:09

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